Vitalik Buterin unterstützt Petition für verhafteten Blockchain-Entwickler

Der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat sich Virgil Griffith gegenüber solidarisch gezeigt. Der Amerikaner wurde aufgrund seiner Aktivitäten im Bereich Blockchain-Aufklärung in Nordkorea verhaftet.

In einem Tweet am 1. Dezember teilte Buterin einen Link zu einem Blogbeitrag, der von dem CEO einer Blockchain-Firma namens Enrico Talin verfasst wurde. Dieser hatte sich direkt an den Mitbegründer von Ethereum gewandt, um eine Petition zur Unterstützung von Griffith zu starten. 

"Lasst uns nicht noch einen Märtyrer haben, wie es Aaron Swartz war", so Talin. Dabei spielte er auf den Hacker und Politaktivisten an, der sich im Jahr 2013 kurz vor einem hochkarätigen Prozess auf Bundesebene umbrachte.

Buterin: "Geopolitische Aufgeschlossenheit ist eine *Tugend*"

Griffith, ein 36-jähriger US-Bürger, der in Singapur lebt, wurde am 29. November am internationalen Flughafen von Los Angeles festgenommen und soll wegen Verschwörung zur Verletzung des Gesetzes für internationale Notfälle im Zusammenhang mit Wirtschaftsmächten (IEEPA) angeklagt werden. .

Das US-Justizministerium wirft Griffith vor, "hochtechnische Informationen an Nordkorea" geliefert zu haben, "wissentlich, dass diese Informationen verwendet werden könnten, um Nordkorea bei der Geldwäsche zu helfen und Sanktionen zu umgehen".

Griffith soll illegal in die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) gereist sein, um eine Konferenzpräsentation über Kryptowährungen und Blockchain mit dem Titel "Blockchain and Peace" zu halten.

Bei der Äußerung seiner Unterstützung für Griffith erklärte Buterin in einem Vorwort, dass er in einem "Interessenkonflikt" stehe, da Griffith ein Freund von ihm sei. Er betonte auch, dass die Ethereum Foundation seine Reise in keiner Weise unterstützt habe und mit Griffiths persönlicher Entscheidung nichts zu tun gehabt habe. Buterin behauptet, dass viele Leute von genau dieser Entscheidung abgeraten hätten. Weiterhin heißt es in dem Post:

"Geopolitische Aufgeschlossenheit ist eine *Tugend*. Es ist *bewundernswert*, ein Volk zu besuchen, das schon seit der Kindheit als der böseste Feind dargestellt wird, um zu hören, was es zu sagen hat. Die Welt wäre besser, wenn das mehr Menschen auf allen Seiten tun würden."

Buterin erklärt weiter, er glaube nicht, dass Griffith der DVRK "auf irgendeine Weise Hilfe geleistet hat, um etwas Schlechtes zu tun". Dieser soll nämlich lediglich eine Präsentation auf der Grundlage bereits öffentlich zugänglicher Open-Source-Software gehalten haben. "Es gab keine komische 'fortgeschrittene Nachhilfe' in Hacker-Dingen, so Buterin. Er erklärte außerdem, "Virgil hat aus seinem Besuch keinen persönlichen Nutzen gezogen".

Community gespalten

Die Argumente Buterins bekam gemischte Reaktionen seitens der Krypto-Community auf Twitter. Einige wiesen auf Griffiths Entscheidung hin, in die DVRK zu reisen, obwohl er vom Außenministerium keine Genehmigung dafür bekommen haben soll. Ein Nutzer erklärte, dass ein komplexer Code, ob open-source oder nicht, viel Geschick und Erfahrung erfordere, um Grundlage für eine erfolgreiche Implementierung zu sein.

Wie bereits berichtet, soll Nordkorea an der Entwicklung einer Kryptowährung arbeiten, mit der das Land internationale Sanktionen umgehen könnte.