Bericht: Bitcoin korreliert immer stärker mit klassischen Finanzanlagen

Ein Artikel des amerikanischen Wall Street Journals (WSJ) vom 28. Dezember legt nahe, dass der Zusammenhang zwischen Bitcoin und klassischen Finanzanlagen momentan sehr hoch ist.

Unter Bezugnahme auf Forschungsergebnisse der Firma Excalibur Pro heißt es, dass Bitcoin in den letzten 5 Tagen einen Korrelationskoeffizienten von 0,84 gegenüber Gold aufweist. Des Weiteren hat Bitcoin einen Wert von 0,77 gegenüber dem Volatilitätsindex der Chicagoer Optionsbörse, was wiederum Korrelation mit dem Aktienmarkt schlussfolgern lässt. Auf dieser Skala bedeutet -1, dass keine Abhängigkeit besteht, während +1 vollständige Korrelation anzeigt. 

Das WSJ beschreibt die starke Zusammenwirkung zwischen traditionellen Märkten und der „rebellischen“ Kryptowährung Bitcoin als unerwartete Schicksalswendung. Daraufhin versucht der Artikel etwaige Gründe für diese Entwicklung aufzuzeigen.

Zuerst wird dahingehend der erhöhte Zufluss von Geldern der institutionellen Investoren in die Kryptomärkte genannt, wobei das Wachstum des Grayscale Investment-Fonds, ein außerhalb der Börse gehandelter Bitcoin-Fonds (OTC), als Beispiel angeführt wird.

Laut Artikel hat der Investment-Trust schon im ersten Jahr (2013) einen Zuwachs von 51 Mio. US-Dollar an verwalteten Vermögenswerten verzeichnet, während dieser Wert Ende 2017 (also während der Krypto-Hochphase) auf 3,5 Mrd. US-Dollar geklettert war. Wegen des jüngsten „Krypto-Winters“ liegt der Fonds allerdings nur noch bei 900 Mio. US-Dollar.

Ein weiterer Faktor ist die Zunahme an zugeflossenem Risikokapital. Wie das Wall Street Journal angibt, wurden 2013 insgesamt 96 Mio. US-Dollar in Bitcoin und Blockchain investiert, was bis 2016 auf 500 Mio. US-Dollar anstieg. Im Jahr 2017 beliefen sich die Investitionen durch Wagniskapitalgeber dann sogar auf mehr als 2 Mrd. US-Dollar, für 2018 gibt es jedoch keine neuen Zahlen.

Des Weiteren argumentiert der Bericht, dass der Ausbau von Handelsplattformen und Finanzinfrastrukturen mit behördlicher Genehmigung eine magnetische Anziehungskraft auf traditionelle Investoren hätte. Als Beispiele werden hier Krypto-Futures und die bevorstehenden Krypto-Indexfonds (ETFs) erwähnt.

Wie zuvor von Cointelegraph gemeldet, durchläuft die Kryptobranche derzeit eine umfassende Veränderung. Zu den wichtigsten Entwicklungen gehören der baldige Start der Handelsplattform Bakkt, die vom Betreiber der New Yorker Börse an den Start gebracht wird und Bitcoin-Futures anbieten will, sowie der Markteintritt des Investment-Riesens Fidelity. Außerdem haben die Investitionen bekannter amerikanischer Universitäten wie Yale, Harvard und Stanford eine zusätzliche Signalwirkung.