Die Krypto-Gemeinschaft wappnet sich für eine echte Revolution: führende Kryptowährungen könnten eventuell dem Proof-of-Work-(PoW)-Algorithmus den Rücken kehren. Der Grund ist das langfristig ausgelegte Spiel des Mining-Giganten Bitmain, der sich ein Monopoly auf dem Markt aufbaut, indem er mit immer neuen ASICs für führende Coins aufkommt. Dies löst nicht nur Bedenken bei jenen Nutzern aus, die traditionelle GPU-Farmen vorziehen, sondern auch bei den Entwicklern selbst, da das Ökosystem immer zentralisierter und anfälliger für Angriffe wird.

Es scheint so, als hätte sich die Produktion von kurzlebigen ASICs für neue Coins zu einem gefährlichen Wettrüsten zwischen Bitmain und weniger schnellen Rivalen entwickelt. Jeder will ein Stück des PoW-Algorithmus, der schnelle Gewinne verspricht und keinen Platz für traditionelle GPU-Farmen lässt. Die ersten Antminer sind bereits ausverkauft, noch bevor der eigentliche Verkauf startet und die Nutzer scheinen die versprochenen Gewinne einzufahren. Es gibt nur ein Problem: die ASICs werden weniger profitable und die steigenden Hashs führen zu einer Zentralisierung der Blockchain.

ASIC-Widerstand

In der Gesellschaft hat das Bitmain-Team den Ruf einer "habgierigen Bande" erhalten, nachdem eine hohe Hashrate für den eigenen Pool (Antpool.com) genutzt wurde, um wichtige Abstimmungen im Bitcoin-Netzwerk zu blockieren. Die Gegenstimmen fingen Anfang des Jahres an, sich zu sammeln, als Bitmain plötzlich die Einführung der Antminer-A3-Produktion für das Mining von SiaCoins ankündigte und damit 4 Monate harte Arbeit von seinem alten Konkurrenten Obelisk zunichtemachte.

Zu jenem Zeitpunkt war David Warrick, der Gründer von SiaCoin und Besitzer von Obelisk, nicht fähig, sein Soft-Fork-Versprechen umzusetzen und ermöglichte Bitmain so, die Situation zu korrigieren.

Tatsächlich hat sich die Situation selbst korrigiert. Als der Verkauf anfing, hatte Bitmain tägliche Profite von über 400 Euro (460 US-Dollar) versprochen, die innerhalb von 10 Tagen zweimal auf den aktuellen Stand von umgerechnet 8,30 Euro (10 US-Dollar) abfielen.

Erwartete Gewinne

Bildquelle: Whattomine

Gelbe Karte #1

Der A3 war noch nicht ausverkauft, als Bitmain bereits ein neues Modell ankündigte, um einen beliebteren Coin zu extrahieren: Monero (XMR):

Die bereits spürbare Anspannung wurde von Baikal noch verstärkt, der seinem Rivalen nacheilte, um ebenfalls ein Stück des Monero-Kuchens abzubekommen. Der Entwickler des letzteren war weniger folgsam als SiaTech; er hielt sein Versprechen und führte einen Hard-Fork durch, um ASIC-Mining zu widerstehen. Nichtsdestotrotz kam Bitmain nie zum Zug und zog sich auf der Verantwortung gegenüber möglichen Problemen mit Monero zurück, indem er prompt den folgenden Haftungsausschuss auf der Webseite des Unternehmens veröffentlichte:

"Eine der führenden Kryptowährungen, die die CryptoNight-Hash-Funktion nutzt, ist dabei, ihren PoW-Algorithmus [CT: site misprint] zu ändern und laut ihrem öffentlichen Statement, ist dies mit Absicht, um ASIC-Mining-Rigs - einschließlich X3 - funktionsfähig zu machen. Wenn Sie das kaufen, wetten Sie darauf, dass sie falsch liegen."

Auch wenn ASIC-Miner andere Coins wie Bytecoin, Aeon und Dash unterstützen, was ist mit dem 3,720 Euro Profit, der vor einem Monat versprochen wurde und sich in Luft aufgelöst hat?

Monatliche Gewinne ab dem 26. April laut Cryptocompare

Antminer

Bildquelle: Cryptocompare

Monatliche Gewinne ab dem 17. März laut Cryptocompare

Antminer

Bildquelle: Cryptocompare

Viele Nutzer sind mit der reduzierten Profitabilität und dem unbrauchbaren Equipment unzufrieden, das "alle 30 bis 40 zusammenbricht und den PC neu startet."

Post

Gelbe Karte #2?

Bitmain-Besitzer wären nicht sie selbst, wenn sie nicht ein noch wertvolleres Krypto-Stück begehren würden. Am 3. April kündigten Entwickler die Einführen des "weltweit mächtigsten und effizientesten EtHash ASIC" an, jetzt unter einem Ethash-Algorithmus entlang welchem Ethereum und Ethereum Classic funktionieren.

Die Überraschungsmeister aus China widerlegten erfolgreich die allgemeine Meinung, dass das Ethash-Protokoll ASIC-resistent sei und Ethereum lediglich durch traditionelle GPU-Karten errechnet werden kann.

Abgesehen von Bitmain arbeiten noch drei weitere Unternehmen an dem gleichen Ziel; eine davon -Halong Mining - trat vor kurzem der Initiative für Defensive-Blockchain-Patent-Lizenzen bei, mit einem Patent für eine offensichtliche Version der AsicBoost-Technologie.

Dies hat wohl zu Bedenken in der Ethereum-Stiftung geführt, die sich bis dahin Zeit damit gelassen hatte, ihren Proof-of-Stake-(PoS)-Algorithmus zu verändern, um die Rolle von Mining zu reduzieren. Ist sich Bitmain sicher, dass Ethereum nicht in der Lage sein wird, sein PoW fallen zu lassen und dass der Übergang zu PoS nicht nur in einem neuen klassischen Hard-Ford enden wird?

Auch wenn einer der Ethereum-Entwickler einen Hard Fork mit einem Verbesserungsvorschlag für Ethereum (EIP) #958 einleitet und der andere 57 Prozent Zustimmung von seinen Twitter-Anhängern für seinen radikalen Schritt erhält, teilt Vitalik Buterin Cointelegraph mit, dass er der Meinung ist, die Bedrohung sei überbewertet:

"Ich bin generell offen dafür, aber es scheint mir zu früh, sich zu einem bestimmten Fork zu verpflichten, denn wir wissen bisher sehr wenig über die Art von ASIC, mit der wir es zu tun haben; ob sie tatsächlich ASICs sind oder nur super-optimierte GPUs, deren unwichtige Teile weggelassen wurden, und welche Optionen es gibt, um den Algorithmus verändern."

Er erwartet ebenfalls, dass der Schritt "weiterhin in der Gesellschaft kurz- bis mittelfristig debattiert wird".

Er scheint Recht zu behalten. Auch wenn einige Nutzer erwarten, dass eine große Anzahl neuer GPU-Karten in nächster Zeit auf den Sekundärmarkt kommt, richten sich andere darauf aus, dass zu dem Zeitpunkt, an dem der Antminer E3 den Konsumenten erreicht, er eventuell bereits seine Relevanz verloren haben wird. Laut AsicMinerValue erhalten E3-Besitzer 6,13 Euro (7,38 US-Dollar) pro Tag oder 183,97 Euro (221,36 US-Dollar) pro Monat nach Abzug der Elektrizitätskosten.

Profitabilität

Bildquelle: AsicMinerValue

Obwohl Bitmain sich mal wieder der Verantwortung entzieht und fröhlich Bestellungen für den Antminer E3 aufnimmt, können nicht mehr als 5 Einheiten auf einmal bestellt werden. Laut dem Hersteller soll die Leistung und Energieeffizienz des Modells verbessert sein, sobald die Verschiffungen beginnen.

Risiko Strafbank

Bitmains Monopol wächst weiter. Gleichzeitig sinkt die Nummer der verfügbaren Coins und die der Miner bleibt gleich. Die Debatte wird dringlicher und setzt das Entwickler-Team unter Druck. Der Erfinder von ZCash wurden offen angeklagt , die Interessen der Gesellschaft zu unterwandern, Monero führte einen Hard Fork durch und Ethereum ist dabei, seinen Algorithmus zu verändern.

Während einige Unternehmen Hard Forks durchführen und andere sich in Warteposition aufhalten, bringen Bitmain und seine Kollegen aktiv immer mehr starke Geräte auf den Markt, die veraltete Konfigurationen ersetzen können. Doch es gibt eine Schwachstelle für ASICs, nämlich, dass sie von Anhängern des ASIC-Widerstandes angegriffen werden können. Dies ist die Unmöglichkeit, den Core umzuprogrammieren Von daher könnte es sein, dass fundamentale Veränderungen am PoW-Algorithmus dazu führen, dass Bitmain auf die Strafbank verstoßen wird.

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