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Ezra Reguerra
Verfasst von Ezra Reguerra,Redaktionsautor
Bryan O'Shea
Geprüft von Bryan O'Shea,Redakteur

Italiens Zentralbankchef: Banken und nicht Stablecoins machen digitales Geld

Fabio Panetta sieht Banken als treibende Kraft für den Wandel zum digitalen Geld.

Italiens Zentralbankchef: Banken und nicht Stablecoins machen digitales Geld
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Laut Fabio Panetta, dem Gouverneur der italienischen Zentralbank Banca d'Italia, wird das Geld der Geschäftsbanken in Zukunft wahrscheinlich ebenso wie das Geld der Zentralbanken vollständig digitalisiert werden.

Panetta äußerte sich am Mittwoch dementsprechend vor dem Vorstand der italienischen Bankenvereinigung. Laut einem Bericht von Reuters sagte Panetta, dass sowohl digitales Geschäftsbankgeld als auch Zentralbankgeld weiterhin das Währungssystem stützen würden, während Stablecoins nur eine ergänzende Rolle spielen würden.

Er fügte hinzu, dass die Stabilität von Stablecoins letztendlich von ihrer Bindung an traditionelle Währungen abhängt, was ihre Fähigkeit einschränkt, unabhängig im Finanzsystem zu funktionieren. Panettas Äußerungen fielen im Rahmen einer breiteren Diskussion über Zahlungsverkehr, Finanzinfrastruktur und geopolitische Unsicherheit.

Die Äußerungen spiegeln wider, wie europäische Politiker die Digitalisierung des Geldes als einen langfristigen strukturellen Trend beschrieben haben, der von Banken und Zentralinstituten vorangetrieben wird und nicht von privat ausgegebenen Kryptowährungen.

Zahlungssektor wird zum wichtigen Knackpunkt für Banken

In derselben Rede erklärte Panetta, dass digitale Zahlungen für Banken zu einem strategischen Bereich geworden seien, und bezeichnete diesen als einen zentralen Wettbewerbsfaktor, in dem Technologie und Politik die Weltwirtschaft neu gestalten.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA führte Panetta aus, dass traditionelle wirtschaftliche Triebfedern wie Investitionen, Handel und Zinsen zunehmend von politischen Entscheidungen und weniger von reinen Marktkräften beeinflusst werden.

Der Zentralbanker meinte auch, dass der Schwerpunkt der Weltwirtschaft weitgehend von technologischer Macht bestimmt werde. Diese technologische Transformation finde in einem weniger kooperativen globalen Umfeld statt als frühere industrielle Revolutionen.

Panetta bezeichnete die digitale Finanzwirtschaft als Knackpunkt für Banken, die in einem zunehmend fragmentierten geopolitischen Umfeld tätig sind.

Italien bleibt vorsichtig bei Stablecoins

Panettas Äußerungen spiegeln die vorsichtige Haltung der Zentralbank gegenüber Stablecoins und privat ausgegebenem digitalem Geld wider.

Am 19. September 2025 warnte die stellvertretende Direktorin der italienischen Zentralbank, Chiara Scotti, dass sogenannte Multi-Issuance-Stablecoins, also Token, die unter einer einzigen Marke in mehreren Ländern ausgegeben werden, erhebliche rechtliche, operative und finanzpolitische Risiken für die Europäische Union darstellen könnten.

Damals sagte Scotti, dass solche Stablecoins auf Länder mit gleichwertigen Regulierungsstandards beschränkt und strengen Reserve- und Rückkaufvorschriften unterliegen sollten. Sie äußerte Bedenken, dass eine grenzüberschreitende Ausgabe die Aufsichtsrahmen der EU untergraben könnte.

Sie räumte auch ein, dass Stablecoins die Transaktionskosten senken und die Zahlungseffizienz verbessern können.

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