Japanische Zentralbank: Regulierung von Libra braucht internationale Kooperation

Der Direktor der japanischen Zentralbank (Bank of Japan) ist der Überzeugung, dass internationale Zusammenarbeit bei der Regulierung von Facebook Libra oberste Priorität hat.

Wie Reuters am 23. September berichtet, machte Direktor Haruhiko Kuroda die entsprechenden Äußerungen im Rahmen einer Rede im japanischen Osaka. Hierin forderte er die Aufsichtsbehörden auf, die höchsten Maßstäbe für das Facebook Krypto-Projekt anzulegen, da er dem Stablecoin große Wirkungskraft zuspricht:

„Falls Libra eingeführt wird, könnte das weitreichende Konsequenzen für die Gesellschaft haben.“

Libra eine Bedrohung für die Geldpolitik?

Im Juli hatten die japanischen Aufsichtsbehörden bereits eine Konferenz einberufen, an der die Zentralbank, das Finanzministerium und die Finanzdienstleistungsaufsicht beteiligt waren, um gemeinsam über den möglichen Einfluss von Libra auf Geldpolitik und Finanzstabilität zu beratschlagen.

Die Konferenz wurde im Vorlauf zum Treffen der G-7 Finanzminister abgehalten, das wiederum am 17. und 18. Juli stattgefunden hatte, um eine einheitliche Marschrichtung Japans abzustimmen.

Kritik nimmt zu

Die europäischen Finanzminister haben diesen Monat ihrerseits die Kritik an Libra erhöht, wobei Bundesfinanzminister Olaf Scholz zuletzt betonte, dass die Bundesregierung jegliche Art von „Parallelwährung“ ablehnt, was wiederum deutlich auf Facebook Libra gemünzt war.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire, der sich bisher als einer der stärksten Kritiker hervorgetan hat, forderte sogar, dass die Einführung von Libra gänzlich blockiert werden müsse, da sonst „die Währungshoheit der Nationen“ in Gefahr geraten würde.

David Marcus, der Leiter des Facebook Krypto-Projekts, versucht derweil, die Wogen zu glätten. Speziell die Sorge, dass Libra eine Bedrohung für die verschiedenen Landeswährungen sei, will er mit dem Gegenargument ausräumen, dass es sich bei der Kryptowährung lediglich um „ein besseres Zahlungssystem handelt, das auf der Grundlage von bestehenden Landeswährungen basiert“. Dementsprechend sei die Währungshoheit der Nationen auch nicht in Gefahr.

Facebook Geschäftsführer Mark Zuckerberg bemüht sich unterdessen ebenfalls, die Vorbehalte gegen Libra abzubauen, weshalb er sich in der vergangenen Woche in Washington D.C. mit mehreren wichtigen US-Politikern getroffen hat.