Krypto-Experte: „Aufschwung der Aktienmärkte wird als Katalysator für Bitcoin wirken“

Thomas Lee, ein Wall Street Analyst und Mitgründer der Investmentberatung Fundstrat Global Advisors, ist der Überzeugung, dass ein erneuter Aufschwung der Weltwirtschaft auch für Bitcoin (BTC) neuen Aufwind bringt.

Die entsprechenden Äußerungen machte Lee am 13. September im Interview mit dem Fernsehsender CNBC. Damit widersprach er zunächst auch der weitverbreiteten These, dass Bitcoin von den Anlegern als Absicherungsmittel ähnlich Gold gesehen wird, das von einer schwachen Weltwirtschaft profitiert. 

Stattdessen vermutet Lee, dass Anleger besonders dann in die marktführende Kryptowährung investieren, wenn sie die Lage in Weltpolitik und Weltwirtschaft als positiv erachten. In einem solchen Kontext würden auch die Aktienmärkte gut im Kurs liegen, wodurch Bitcoin ebenfalls nach oben gespült werden würde, so der Experte:

„Bitcoin ist zuletzt ins Stocken geraten, da die gesamte Weltwirtschaft ins Stocken geraten ist. In einer Welt, in der es keinen Aufschwung gibt, geht auch Bitcoin nicht nach oben. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass die nächste bedeutsame Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte als Katalysator für Bitcoin wirken wird. Sobald die Aktienmärkte neue Rekordhochs erreichen, steigt auch die Risikofreudigkeit, um in Bitcoin zu investieren.“

„Bitcoin könnte ambivalent sein“

Diese Vermutung belegt der Fundstrat Mitgründer anhand der Tatsache, dass seine Investmentberatung in einer Studie der letzten 10 Jahre herausgefunden habe, dass die besten drei bis vier Jahre der Aktienmärkte gleichsam auch die besten Jahre für Bitcoin waren. Hierbei verweist er speziell auf den amerikanischen Aktienindex S&P 500. Besonders, wenn dieser um mehr als 15% zulegen konnte, sah es für die marktführende Kryptowährung ähnlich gut aus.

Obwohl die Aussagen von Lee im Widerspruch zu der These stehen, dass Bitcoin ein Absicherungsmittel für wirtschaftlich schlechte Zeiten ist, betont der Experte höchstselbst, dass Bitcoin womöglich ein ambivalentes Anlageprodukt ist:

„Bitcoin könnte durchaus ambivalent sein. Es funktioniert sowohl in wirtschaftlich guten Zeiten als Investitionsmittel für risikofreudige Investoren, als auch in schlechten Zeiten als Absicherungsmittel im Sinne von digitalem Gold.“

Abschließend weist Lee darauf hin, dass wenn die Aktienmärkte wieder nach oben klettern und wenn auch die Geldpolitik der Zentralbanken weiterhin so locker ist wie bisher, dass Bitcoin dann einen starken Kapitalzufluss erleben wird.

In einem solchen Szenario wäre es wiederum wünschenswert, dass es eine stärkere Volatilität (Schwankung der Kurswerte) gibt, da die Ausbrüche nach oben eine magnetische Wirkung auf das Interesse der Anleger haben würden.

Annahme widerlegt?

Wie bereits erwähnt, widerspricht die heutige Einschätzung des Experten den bestehenden Vermutungen, dass Bitcoin von Anlegern als Absicherungsmittel gegen weltwirtschaftliche Turbulenzen genutzt wird. Besonders im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass Anleger in die marktführende Kryptowährung ausweichen.

Im August hatten Daten von Bloomberg gezeigt, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold sich in den vergangenen Monaten nahezu verdoppelt hatte, was der These neue Nahrung gab, da Bitcoin damit wortwörtlich zum Digitalen Gold zu avancieren schien.

Parallel zu dieser Entwicklung zum unabhängigen Wertaufbewahrungsmittel in Zeiten wirtschaftlicher Krise, hatten Experten zuletzt auch betont, dass die lockere Geldpolitik der Zentralbanken ebenfalls als Antrieb für Bitcoin dient.