Deutsche Bank: „Aggressive Strategie der Zentralbanken könnte Bitcoin weiter antreiben“

Eine potenzielle Zinssenkung der amerikanischen Zentralbank ist womöglich eine der treibenden Kräfte hinter dem momentanen Aufschwung von Bitcoin (BTC). Dies vermutet am 26. Juni ein Top-Manager der Deutschen Bank im Gespräch mit CNBC.

Jim Reid, der oberste Kreditchef der Deutschen Bank, erklärt dahingehend:

„Wenn sich die Zentralbanken dermaßen aggressiv geben, dann werden alternative Währungen umso attraktiver.“

Dabei bezieht sich Reid auf eine Rede von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Zentralbank, der gestern gesagt hatte, dass sein Institut wegen der unsicheren Lage der amerikanischen Wirtschaft über Zinssenkungen nachdenkt. Der US-Dollar (USD) ist gestern im Vergleich zu anderen Fiat-Währungen weiter gefallen, wobei er im Vergleich zum Euro (EUR) sogar ein dreimonatiges Tief erreicht hat.

Bitcoin konnte derweil einen neuen Rekordwert für das laufende Jahr aufstellen, da die marktführende Kryptowährung nun auch die 12.000 US-Dollar Marke geknackt hat. Die Marktkapitalisierung des BTC beträgt derzeit 220 Mrd. US-Dollar, wobei die Marktherrschaft seit April 2017 erstmals wieder höher als 60% liegt.

Allerdings sieht Reid den jüngsten Bitcoin-Aufschwung auch durch die offizielle Ankündigung der Facebook Kryptowährung Libra begünstigt. Der Social-Media Konzern hatte den dazugehörigen Projektentwurf am 18. Juni vorgestellt, seit diesem Tag hat Bitcoin um mehr als 30% zugenommen und ist von 9.000 US-Dollar auf zuletzt 12.616 US-Dollar geklettert, wie Coin360 zeigt.

Außerdem spricht sich der Kreditchef der Deutschen Bank im Interview erneut gegen eine Quantitative Lockerung durch die Zentralbank aus, da er eine Zäsur für das System der Fiat-Währungen vermutet. Als Bitcoin im November 2017 sein bisheriges Rekordhoch von 20.000 US-Dollar erzielt hatte, prognostizierte Reid, dass das Ende des Bargelds womöglich bevorsteht, weshalb er eine expansive Geldpolitik ablehnt.

Allerdings stehen die USA mit ihren geplanten Zinssenkungen nicht allein dar. So hatte EZB-Chef Mario Draghi ebenfalls angekündigt, ggf. auf dieses Werkzeug zurückzugreifen.

„Wenn im Mai 2020 dann noch die Bitcoin-Halbierung hinzukommt, erhalten wir eine hochexplosive Mischung“, wie Anthony Pompliano, Mitgründer von Morgan Creek, schon Anfang des Monats gemutmaßt hatte. So könnte die Konstellation für Bitcoin bald umso vorteilhafter sein:

„Zinssenkungen -> Geld drucken -> für mehr Knappheit von BTC sorgen [Anmerkung der Redaktion: wodurch der Kurs noch weiter ansteigt]“

Ironischerweise trägt die Deutsche Bank wahrscheinlich eine Mitschuld an der schwächelnden Wirtschaft, da die Aktie der Bank im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief gefallen war.