Bundesbank-Vorstand Balz sieht Stablecoins als “Kompliment” für Zentralbanken

Das Vorstandsmitglied der deutschen Bundesbank hat in einer am 8. Oktober in Südafrika gehaltenen Rede die Existenz von Stablecoins als ein Kompliment für die Bedeutung von Zentralbanken eingestuft.

Stablecoins kein “Gold 2.0”

Bei der Rede an der Universität von Kapstadt ging Balz auf die Unterschiede zwischen klassischen Kryptowährungen und Stablecoins ein. Token wie Bitcoin hätten keinen inneren Wert und keine öffentliche Autorität hinter sich, die ihre Ausgabe und auch die Preisstabilität garantiere, sagte Balz.

Als “Gold 2.0” könnten Kryptowährungen deshalb nicht bezeichnet werden und aufgrund fehlender Preisstabilität würden die aktuell mehr als 2.000 existierenden Token auch nicht als Wertspeicher genutzt.

Das Aufkommen von Stablecoins, die oft an einen Währungskorb gebunden seien, verdeutliche die Bedeutung von Preisstabilität bei Währungen. Nach Balz Interpretation stellt genau dies eine Untermauerung der Wichtigkeit von Zentralbanken dar. Der Zentralbanker sagte:

“Daher profitieren Stablecoins von einer Art indirekter Stabilität. Dies könnte als Ergänzung zur erfolgreichen, stabilitätsorientierten Geldpolitik der Zentralbanken interpretiert werden.”

Für Preisstabilität sei Geldpolitik ein notwendiger Faktor, so Balz weiter. Die von Bitcoin-Befürwortern oft propagierte Idee einer Art “automatischer Geldpolitik” über Algorithmen funktioniere aber nicht, da Geldpolitik von Angebot und Nachfrage abhängig seien. “Eine festgelegte Bereitstellung oder eine feste algorithmische Angebotserhöhung” sei keineswegs eine Garantie für Stabilität.

Bundesbank will keinen digitalen Euro

Die Bundesbank hat bereits mehrfach ihre kritische Haltung gegenüber geplanten oder existierenden Stablecoin-Projekten wie Libra von Facebook verdeutlicht. Auch für einen eigenen digitalen Euro als Krypto-Zentralbankwährung (CBDC) sieht die Bundesbank keinen Bedarf, wie die deutsche Zentralbank jüngst in einem Statement klarstellte