China: Zentralbank warnt vor „Spekulationsblasen“ bei Blockchain-Investitionen

Chinas Zentralbank, die Chinesische Volksbank (PBoC), hat vor „Spekulationsblasen“ auf Blockchain-bezogenen Finanzmärkten gewarnt, wie Reuters am 6. November meldet.

Die PBoC, die für ihre negative Haltung zu Kryptowährungen bekannt ist, soll der chinesischen Regierung empfohlen haben, ihre Beobachtung von „Spekulation, Marktmanipulation und anderen irregulären Aktivitäten“ zu intensivieren. Diese sollen bei Blockchain-bezogenen Investitions- und Finanzprojekten besonders häufig vorkommen.

Chinesische Medien bringen weitere Details der Zentralbank-Warnung ans Licht, so wurde diese von der PBoC im Rahmen eines Thesenpapiers namens „Was kann die Blockchain und was kann sie nicht?“ ausgesprochen. Laut dem China Financial Forty Forum soll das Papier von Xu Zhong, Leiter der Forschungsabteilung der PBoC, verfasst worden sein. Hierin heißt es:

„Es gibt nur wenige Blockchain-Projekte, die gut angenommen werden und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Neben der geringen Leistungsfähigkeit der Blockchain, sind die wirtschaftlichen Schwächen dafür ebenfalls ein entscheidender Grund. Es sollten fortlaufende Forschungen betrieben werden, um objektiv herauszufinden, was die Blockchain kann und was sie nicht kann.“

Das Finanzmagazin Forex East Money gibt des Weiteren an, dass das Thesenpapier eine wirtschaftliche Analyse der „Tokenisierung“ angestellt hat, da dieses Modell mittlerweile auch von „Mainstream“ Blockchain-Projekten eingesetzt wird. Außerdem beinhaltet die Schrift technologische Grundprinzipien wie Konsens-Mechanismen, Smart Contracts und den Einsatz von Tokens. Forex East berichtet auch, dass die Zentralbank die Blockchain ebenso hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Sicherheit getestet hat, wobei sie auf deren Vorteile und Grenzen hinweist.

Wie jüngst berichtet, hat die PBoC ihre Krypto-Vorbehalte auf sogenannte Airdrops (Schenkungen) ausgedehnt, die sie als „versteckte“ Initial Coin Offerings (ICOs) bezeichnet, für welche es wiederum seit September 2017 ein Verbot in China gibt. Neben dem neuen Fokus auf Airdrops unterstrich die Bank nochmals ihre vorherigen Warnungen bzgl. betrügerischer Krypto-Investitionsprojekte, die sich als „Blockchain-Innovation“ ausgeben.

Obwohl die PBoC und weite Teile der chinesischen Politik mittlerweile eine positive Haltung zur Blockchain angenommen haben, folgen die gegensätzlichen Äußerungen der PBoC trotzdem einem bekannten Muster, denn auch andere Behörden des Landes warnten schon vor einer „Verherrlichung“ der Technologie.