"Coinbase Custody" offiziell für institutionelle Investoren geöffnet

Coinbase, eine große US-amerikanische Krypto-Börse und Wallet-Anbieter, hat in einem offiziellen Post am 2. Juli bekanntgegeben, dass die Depotlösung für digitale Wertanlagen für Großanleger in Betrieb genommen wurde.

Coinbase hatte erste Pläne für die "Coinbase Custody-Unternehmungen bereits Ende 2017 bekanntgegeben. Die Lösung sollte die "Nummer 1" unter den Bedenken institutioneller Investoren angehen - namentlich das Problem der Sicherheit.

Laut der Bekanntmachung hat Coinbase über die letzten sechs Jahre hinweg bereits mehr als 17,1 Mrd. in Krypto-Kundendepots verwahrt. Die neue Depotlösung verspricht mehr Sicherheit, indem die Wertanlagen zusätzlich durch das FINRA-Mitglied Electronic Transaction Clearing (ETC) , einen unabhängiger, SEC-konformen Broker-Dealer, gesichert werden.

Das Unternehmen reagiert mit dem Schritt effektiv auf die Tatsache, dass Institutionen von ihren Krypto-Börsen erwarten, die Regeln der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und der regulatorischen Finanzindustrieaufsicht FINRA zu befolgen.

Mit dem gestrigen Launch können sowohl europäische, als auch amerikanische Firmen ihre Krypto-Assets in der Coinbase-Verwahrungslösung einlagern, welche aktuell Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Litecoin (LTC) und Bitcoin Cash (BCH) unterstützt. Coinbase gab bekannt, dass es weitere Wertanlagen hinzufügen, sowie "Ende des Jahres" seine Dienste auch für den asiatischen Markt anbieten will.

Die Depotlösung wird eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen unterstützen, einschließlich der "on-Chain-Segregationen von Krypto-Wertanlagen", einem "offline, Multig-Sig- und geografisch verteilten Transaktionsschutz" und einer "robusten, kalten Lagerung und Lagerbuchhaltung".

Neben der "kalten Lagerung", für welche Berichten zufolge noch ausstehende Meldebescheide vorliegen, plant das Unternehmen die Einführung von "sicheren, getrennten Hot-Wallets" und sieht geplante Abhebungen vor, um die Flexibilität zu erhöhen.

Bemerkenswerterweise heißt es in der Nachricht, dass Coinbase seinen neuen institutionellen Kunden anbieten will, sich "durch Proof-of-Stake und verteilte Regierungsführung am Krypto-Ökosystem" zu beteiligen, auch wenn keine weiteren Details bekanntgegeben werden.

Nachdem die Pläne für den Launch bereits im Mai bekanntgegeben wurden, ist Coinbase Custody mit seiner neuen Produktreihe ganz vorne dabei, welche angeblich "10 Mrd. US-Dollar in aktuell noch festsitzendem institutionellem Investmentkapital freilegen könnte".

Mit der Übernahme eines Finanzdienstleisters vor kurzer Zeit, sowie dem Versuch, eine Bundesbank-Lizenz zu erwerben, versucht die Börsen unterdessen, selbst zum ersten absolut SEC-konformen Broker-Dealer zu werden.

Mitte-Juni wurde der Coinbase Index-Fonds für US-basierte, "akkreditierte" Großinvestoren mit Investmentinteressen zwischen knapp 215.000 Euro und 17 Mio. Euro eröffnet.

Die Krypto-Börse hat außerdem vor Kurzem bekanntgegeben, dass sie ihre Nutzerbasis auf den japanischen Krypto-Markt ausweiten will. Inmitten all der Aktivitäten, entdeckte Mashable unterdessen im Zuge einer Recherche rund 134 Seiten voller Beschwerden, die von Coinbase-Nutzern eingereicht wurden und harsche Kritik an dem Unternehmen äußern, das angeblich unvorbereitet und überwältigt von seinem eigenen Wachstumstempo sein soll.