Kongress diskutiert Token-Klassifizierungen und Compliance-Regelungen für ICOs

Mehr als 45 Vertreter von großen Unternehmen der Wall Street und Krypto-Industrie nahmen am 25. September an einer Diskussionsrunde über Initial Coin Offering (ICO) und Kryptowährung-Regulierungen in Washington D.C. teil.

Der "Krypto-Roundtable", der vom Kongressabgeordneten Warren Davidson in der letzten Legislaturperiode vor der Wahl moderiert wurde, bot Industrievertretern die Gelegenheit, ihre Bedenken hinsichtlich möglicher Regelungen des Krypto-Raums zum Ausdruck zu bringen. Im Grunde teilten die Experten den Gesetzgebern mit, dass regulatorische Klarheit für ICOs und digitale Währungen fehlt.

Die Teilnehmer der Runde diskutierten "Token-Klassifizierungen", um die bestehende Unsicherheit rund um die Definition von ICO-Tokens, sowie die umliegenden, regulatorischen Rahmenwerke zu beschreiben.

Die Experten machten Vorschläge für Compliance- und Kundenschutzmaßnahmen, wobei sie das Ziel äußerten, dass regulatorische Ansätze im Einklang mit der sich entwickelnden Technologie implementiert werden.

Marvin Ammori, allgemeiner Berater bei den Protocol Labs, ging auf den ersten und wichtigsten Punkt der Diskussion ein und hob eine "Kaskade von Ungewissheiten" hervor, die mit der derzeitigen Token-Klassifikation einhergeht.

Ammori zitiert die Probleme des dezentralisierten Dateien-Speicherprojektes Filecoin (FIL), welches behauptet, dass die Firma beim Launch im Jahr 2017 davon ausging, dass es die US-amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) als Sicherheit einstufen würde.

Ryan Singer, Präsident des Chia Network, trat der Diskussion bei, indem er auf die “Ethereum-Frage” verwies, die vor Kurzem aufkam, als die SEC angab, den großen Altcoin nicht als Sicherheit, sondern als Ware zu regulieren.

Singer stimmte Ammori zu und betonte, dass das Hauptproblem der Branche das Fehlen von Klarheit und einer Grunddefinition darüber ist, was "dezentralisiert" oder "funktional genug" ist.

Hilary Kivitz, COO und allgemeiner Berater bei Andreessen Horowitz Crypto, schlug vor, dass Token, die innerhalb einer Fundraising-Phase operiert werden, als Wertpapiere betrachtet werden sollten. Kivitz suggerierte auch eine Definition für allgemeine Token und betonte, dass die Token-Anreize "mit den Interessen aller Teilnehmer [im ICO-Netzwerk] abgestimmt" sei sollen:

"Token sind ein Vermögenswert, der ein geteiltes Anreiz-Netzwerk vereinfacht, in dem jeder Teilnehmer Wert durch das Wachstum des Netzwerkes generiert."

Andere Teilnehmer argumentierten, dass die derzeitigen Gesetzgebungen nicht nur zu ungenau, sondern auch veraltet sind. Joshua Stein, CEO der Krypto-Sicherheitsfirma Harbor, gab zu Protokoll, dass die Wertpapierregulierungen im Hinblick auf Nutzungstoken in dezentralisierten Anwendungen (DApps) "nicht funktionieren". Stein schließt damit, dass die derzeitigen Wertpapiergesetze nur für traditionelle Wertpapiere angemessen sind und "kein guter Fit" für die ICO-Industrie:

"Stellen Sie sich vor, dass Sie jedes Mal, wenn sie das dezentralisierte Microsoft Word verwendet oder Dokumente wie bei Filecoin speichern oder Dropbox benutzten möchten, einen Broker-Dealer kontaktieren, KYC-Prozesse durchlaufen und eventuell eine Akkreditierung über ihr Dropbox-Abonnement oder eine lizenzierten Börse einholen müssen. Und danach durch eine ganze Reihe

Kate Prochaska von der US-amerikanischen Handelskammer nannte drei Dinge, die getan werden müssen, damit die Krypto-Industrie "nicht auch ins Ausland wechselt"; namentlich regulatorische Koordination, klare Definitionen und Engagement mit Regulatoren "keine Aktionen" zu ergreifen.