Dänemarks Finanzamt hat vom Obersten Finanzhof des Landes die Befugnis erteilt bekommen, jegliche Handelsaktivitäten, die auf drei dänischen Kryptobörsen getätigt wurden, einsehen zu dürfen. Dies hat die Behörde am 14. Januar auf ihrer Webseite mitgeteilt.
Die entsprechende Ermächtigung hat zur Folge, dass die drei ungenannten dänischen Kryptobörsen zur Informationsoffenlegung verpflichtet sind. Im Zuge dessen müssen sie auch alle personenbezogenen Daten der Nutzer offenlegen, darunter Namen, Adressen und Steueridentifikationsnummern. Des Weiteren müssen alle Handelsaktivitäten, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2018 getätigt wurden, für die Steuerbehörde einsehbar gemacht werden.
Das Finanzamt will durch die Einsicht dieser Daten sicherstellen, dass alle Bürger, die mit Kryptowährungen gehandelt haben, ihren Steuerverpflichtungen ordnungsgemäß nachkommen. Karin Bergen, die in leitender Funktion bei der Behörde tätig ist, meint, dass die erhaltene Ermächtigung völlig neue Möglichkeiten zur Kontrolle der Kryptobranche eröffnet.
Jegliche Informationen, die Nutzer außerhalb von Dänemark betreffen, sollen an die Steuerbehörden der jeweiligen Länder weitergereicht werden.
Zusätzlich weist die Mitteilung darauf hin, dass die Auswertung der Daten dabei helfen soll, Vorschläge zur Anpassung des Steuerrechts im Hinblick auf Krypto zu machen. In diesem Kontext soll evaluiert werden, ob Privatanleger und Unternehmen überhaupt verpflichtet werden sollten, Krypto-Einkommen steuerlich anzeigen zu müssen. Die entsprechenden Vorschläge sollen schon bis Sommer 2019 eingereicht sein.
Karin Bergen unterstreicht die Wichtigkeit, die ihre Behörde den Kryptowährungen beimisst, indem sie anmerkt: „Ohne übertreiben zu wollen, man kann mit Sicherheit sagen, dass die Kryptobranche ein großer Markt ist, den wir uns genauer ansehen müssen.“
Vergangenen Dezember veröffentlichte das amerikanische Wall Street Journal einen Artikel, in dem sie Krypto-Anlegern ein Schlupfloch empfahl, durch das per Bitcoin legal Steuern gespart werden könnten.
Im Juli 2017 hatte das US-Finanzamt (IRS) die amerikanische Kryptobörse Coinbase aufgefordert, detaillierte Informationen über mehr als 500.000 Kunden herauszugeben, um vermeintliche Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Allerdings entschied ein Gericht im November 2017, dass lediglich 14.000 Kunden mit besonders hohen Handelsvolumen zu dieser Offenlegung gezwungen werden könnten. Zuletzt hieß es, dass nur 13.000 Kunden davon betroffen waren.
Jüngst veröffentlichte Daten haben gezeigt, dass lediglich in 0,04% der amerikanischen Steuererklärungen Gewinne aus Krypto-Handel gemeldet wurden.
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