Trotz laufender Untersuchungen scheint die Legalisierung von ICOs in Südkorea greifbar

Südkorea ist seit Längerem ein wichtiger Spieler der Krypto-Welt, allerdings haben Regierungsuntersuchungen das Wachstum lokaler Blockchain-basierter Firmen in letzter Zeit abgemildert.

Trotz der Stichprobenuntersuchungen von Krypto-Börsen, deren aktuellste letzte Woche stattfand, gibt es übereinstimmende Bemühungen, Initial Coin Offerings in dem Land zu legalisieren. Südkoreas Gesetzesmacher arbeiten an einem Regelwerk, dass die existierenden Verbote für ICOs abmildern soll.

Laut der Korea Times hofft eine Gruppe von Gesetzesvertretern darauf, den Regierungsbann auf lokale ICOs aufzuheben, der im September 2017 in Kraft getreten war.

Unterstützung für legitimierte ICOs

Der Krypto-Boom in den letzten Zwei Jahren hat für diverse ICOs überall auf der Welt gesorgt. Einige waren revolutionär und andere nichts weiter als Betrug. Aufgrund der letzteren Kategorie ICOs sahen sich die Regierungen und regulativen Körper überall auf der Welt zwangsläufig verpflichtet, durch eingreifende Maßnahmen sicherzustellen, dass jene Firmen, die Blockchain-basierte Lösungen und Produkte entwickeln, dies mit ehrbaren Absichten tun.

Eine Reihe von Betrugsfällen hat einen Schatten auf die Entwicklung geworfen, wodurch jede Entscheidung zur Legalisierung von ICOs äußert bedacht betroffen wird. Hong Eui-rak, ein Mitglied der demokratischen Partei Koreas ist mitverantwortlich dafür. Hong äußerte sich während einer Nationalversammlung am 2. Mai hoffnungsvoll, dass der Gesetzesentwurf Unterstützung erhalten und noch dieses Jahr verabschiedet werden könnte. Mit Bezug auf ein Forum für ICOs und Blockchain sagte er:

"Das Hauptziel (des Gesetzentwurfes) ist es, dabei zu helfen, die Unsicherheiten bei Blockchain-bezogenen Unternehmen zu entfernen."

Die Gesetzesvorlage soll ICOs fördern, die von öffentlichen Organisationen und Forschungszentren initiiert werden, die legitime Produkte entwickeln und die Entwicklung der Blockchain vorantreiben. Diese ICOs werden von der koreanischen Finanzdienstkommission und dem Ministerium für Wissenschaft und ICT sorgfältig geprüft.

Chung Sye-kyun, Sprecher der Nationalversammlung, betonte die Bedeutung des Gesetzentwurfs und seines Potenzials zur Linderung der politischen Unsicherheit, die die Einführung von Blockchain-Technologie und Kryptowährungen im Land behindert hat:

"Blockchain und Kryptos können in diversen öffentlichen Sektoren für Gutes eingesetzt werden. Angesichts ihres Potenzials müssen wir daran arbeiten, die politischen Unsicherheiten zu verringern, denen sie ausgesetzt sind. "

Auch finanzielle Regulatoren machen sich bereit

Während Gesetzesmacher darauf drängen, dass die Gesetzesvorlage von der Nationalversammlung abgesegnet wird, ist der südkoreanische Finanzaufsichtsdienst (FSS) laut Berichten damit beschäftigt, die Krypto-Regulationen abzumildern.

Der kürzlich ernannte FSS-Gouverneur Yoon Suk-heun wird von der Korea Times zitiert und soll gesagt haben, dass Kryptowährungen "einige positive Aspekte" mit sich bringen. Obwohl er sich weigerte, regulatorische Details für die im Land tätigen Kryptowährungsbörsen zu verbreiten, suggerierte Yoon, dass die Dinge langsam Gestalt annehmen:

"Es gibt viele Probleme, wie wir ansprechen und überwinden müssen. Wir werden sie lösen, allerdings Schritt für Schritt.

Regulationen mit Sinn

In einem Interview mit Forbes im April erklärte der Geschäftsführer der südkoreanischen Börse Coinone Cha Myunghun die Wichtigkeit von Regierungsrichtlinien und Gesetzen für die Industrie: Nachdem er die Börse von Grund auf neu gegründet hatte, sah Cha seine Firma in Tandem mit der steigenden Beliebtheit von Kryptowährungen wachsen, die im Jahr 2017 ihren Höhepunkt erreichte.

Da die sogenannte Kimchi-Prämie die Händler in Raserei versetzte, sahen sich die Regulierungsbehörden gezwungen, zu der Branche Stellung zu beziehen. Im Zuge dessen wurde ein Handelsbann verhängt, der später revidiert wurde, und die Regierung leitete Untersuchungen gegen Coinones Dienstleistungsbank und andere Börsen ein.

Auch wenn über ein allumfassendes Verbot von Krypto-Börsen gesprochen wurde, wurde die Drohung nie verwirklicht. Cha sagte gegenüber Forbes, dass es eine dämliche Entscheidung gewesen wäre:

"Es ist unvermeidbar, dass sich die Regierung wegen Kryptowährungen Sorgen macht. Aber extreme Maßnahmen wie das Schließen von Börsen würde zu sehr gegen die globalen Trends verstoßen."

Nichtsdestotrotz glaubt Cha, dass sich die Regulationen auf illegale Aktivitäten im Markt fokussieren sollten. In der Vergangenheit waren seiner Börse verdächtige Aktivitäten aufgefallen, aber sie hatten keine Anlaufstelle, um diese zu melden.

Der Coinone-Besitzer und andere einflussreiche Krypto-Figuren in dem Land arbeiten aktiv mit Regierungsvertretern zusammen, um sie über die Vorteile von Blockchain-Technologien zu unterrichten und zu informieren.

Darüber hinaus arbeiten die inländischen Börsen daran, den neuen nationalen Regeln zu entsprechen - vor allem den KYC-Prozeduren für Händler, die im Endeffekt das anonyme Handeln von Kryptowährungen beenden.

Ein Beamter von Bithumb malte ein weniger positives Bild und erklärte, dass die erwartete Marktreaktion nicht eingetreten sei, da die Banken neue Händler nicht aktiv dazu aufforderten, sich gemäß dem neuen Regierungsmandat zu registrieren:

"Die Märkte hatten erwartet, dass die Einführungen eines Registrierungssystems mit echten Namen dabei helfen würde, den Handel wiederzubeleben, aber die Bemühungen sind gescheitert, da lokale Banken sich weigerten, mehr Krypto-Händler einzuladen."

Dies hat die Anhänger von Bithumb nicht davon abgehalten, die Adaption von Kryptowährungen weiter voranzutreiben.

Der Börsenoperator hat aktiv an er Einführung von Geldautomaten und Kiosken gearbeitet, die Kryptowährungen akzeptieren - beispielsweise Fast-Food-Unternehmen und Einkaufshäuser im ganzen Land. Bithumb tritt damit in die Fußstapfen von Coinplug, welches ebenfalls Bitcoin-Geldautomaten an zwei Standorten in Seoul aufgebaut hat, wie die Huffpost Korea berichtet.

Einer davon soll am beleibten Café Sedona stehen, in dem größten Einkaufszentrum der Stadt. Der Automat in der Nähe des Cafés hat dafür gesorgt, dass sich vermehrt Krypto-Enthusiasten in der Gegend aufhalten, weswegen auch einige Bitcoin-Meetings und Konferenzen in dem Café ausgerichtet wurden. Das war damals im Jahr 2014, als Bitcoin in der Öffentlichkeit noch relativ unbekannt war. Seither hab Coinplus die Herstellung und Instandhaltung der Automaten eingestellt.

Angesichts der steigenden Beliebtheit von Trading in Südkorea flößt Bithumb der Krypto-Geldautomat-Industrie neues Leben ein.

Blockchain-Entwicklung in Südkorea

Wie Cointelegraph bereits im März berichtete, wird die südkoreanische Regierung vermutlich ihre Position leicht abändern und Gesetze einführen, die die Entwicklung von Blockchain-Technologie vorantreiben und gleichzeitig Kunden vor ICO-Betrügen und Schwindel schützen.

Der Schritt wird eventuell durch die Gerüchte angetrieben, dass der Internetkonglomerat des Landes Kakao plant, sein ICO außerhalb Südkorea abzuhalten. Eine positivere Haltung gegenüber Kryptowährungen und ICOs könnte Firmen dazu ermutigen, ihre Projekte innerhalb der Landesgrenzen zu verwirklichen.

Angesichts des enormen Interesses am Krypto-Handel scheint sich die Regierung langsam in eine Richtung zu bewegen, von der alle involvierten Parteien profitieren können.

Ebenso wie US-Regulatoren, die an positiveren regulatorischen Maßnahmen arbeiten, scheinen sich Südkoreas Regierung und die Finanzregulatoren für die Idee eines gesunden Blockhain-Sektors im Land zu erwärmen.

Weitere Aussagen dieser verschiedenen Akteure werden diese Haltung bestätigen, aber bereits jetzt sind die Aussichten jetzt viel positiver als in den ersten Monaten des Jahres 2018.

Untersuchungen laufen weiterhin

Es sollte allerdings trotzdem festgehalten werden, dass die FSC die lokalen Krypto-Börsen, welche in den letzten Wochen eingehend untersucht wurden, auch weiterhin im Auge behält.

Der lokale Mediendienst Chosun berichtet, dass UPbit die viertgrößte Börse des Landes gemessen am 24-Stunden-Handelsvolumen, wegen vermeintlichen Betruges untersucht wird. Die FSC untersucht die Bankkonten von diversen Börsen, darunter Bithumb, um die Anschuldigungen auf Geldwäsche und Betrug mit Hilfe von Krypto-Börsen zu klären.

Chosun zitiert einen FSC-Sprecher, der die Anschuldigungen gegen UPbit erklärt:

"Die FSC arbeitet mit den Autoritäten in anderen Ländern zusammen. Unsere neusten Ergebnisse zeigen, dass die inländische Börse ihre Bilanzen gefälscht und ihre Investoren betrogen hat. Die FSC untersucht UPbits Computersystem, um gemeinsam mit Strafverfolgern und der FSS die virtuellen Währungspositionen der Börse zu überprüfen."

Der Schritt manifestiert die Forderungen nach mehr Zusammenarbeit zwischen den regulatorischen Entitäten weltweit. Wie die Korea Times schreibt, sollen Regulatoren laut dem Vizevorstand der FSC Kim Yong-beom massives Potential in Kryptowährungen sehen:

"In Bezug auf die Einzigartigkeit von Kryptowährungen hat jedes Land seine eigene Einschätzung. Das bedeutet, dass eine internationale Diskussion und Zusammenarbeit zwischen den Regulierungsbehörden notwendig ist, um Richtlinien für Krypto-Assets zu entwickeln. Wir beobachten eine beständige Entwicklung von Blockchain-Technologien dank ihrer verbesserten Zugänglichkeit und Effizienz. Da diese Technologie das Potenzial hat, die heutigen Wertpapiervorschriften zu durchbrechen, müssen die Aufsichtsbehörden auf diese Herausforderung reagieren. "