EU-Kommission fordert dezentrale Identitäten via Blockchain

Das von der EU-Kommission eingesetzte EU Blockchain Observatory Forum der Europäischen Union hat in einem am 2. Mai veröffentlichten Report die EU-Mitgliedstaaten zur Unterstützung von dezentralen digitalen Identitäten aufgefordert.

Eine digitale Identität stelle eine “wichtige Voraussetzung für den digitalen Binnenmarkt dar” schreiben die Autoren des 27-seitigen Reports. Die EU könne die Verwendung von dezentralen Anmeldeinformationen unterstützen, indem sie “Regierungsbehörden mit Blick auf dezentralisierte Identitäten und ihre Rolle als Herausgeber” fördere.

Sowohl durch Kostenersparnis und auch durch die Beschleunigung von Prozessen ergäben sich durch öffentlich geförderte digitale Identitätsnachweise viele Vorteile für Bürger und Unternehmen.

In Bezug auf die Blockchain-Technologie stellt der Report fest, dass diese zur Schaffung von dezentralen Identitäten nicht zwingend erforderlich sei. Sie biete allerdings für genau diesen Einsatzbereich “leistungsstarke Lösungen”.

Mit Distributed-Ledger-Technologie (DLT) ließen sich dezentral und sicher persönliche Daten verwalten, Anmeldeinformationen verifizieren und eine dezentrale Infrastruktur für Abfragen und Zustimmungs-Prozesse schaffen, argumentieren die Experten.

Für mögliche Einsatzgebiete liefert der Report einige Beispiele, wie etwa ein Netzwerk für digitale Zeugnisse, eine Plattform für den Austausch von Gesundheitsdaten oder die Zuteilung von staatlichen Zuschüssen und Subventionen.

So könnten etwa Fördergelder für den Kauf von Elektroautos mittels dezentraler verwalteter Identitäten vergeben werden, was durch lokale Pilotprojekte getestet werden könnte.

Bevor eine breite Nutzung digitaler Identitäten Einzug halten könne, muss jedoch gesetzliche Klarheit geschaffen werden, mahnen die Autoren des Reports an. Dabei sei es vor allem wichtig, die Technologien in Einklang mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) und den eIDAS-Vorschriften zu bringen.

Die Blockchain-Technologie kommt in der Privatwirtschaft bereits in vielfältiger Art und Weise für Identifikationssysteme zum Einsatz, wie etwa durch Kanadische Banken, durch das Blockchain-Startup WISeKey sowie durch die Telekommunikationsanbieter SK Telecom und Deutsche Telekom.