Branchenexperten meinen, dass Finanzinstitute ihre bestehenden IT-Infrastrukturen austauschen müssen, um in der Lage zu sein, Blockchain und Digitalwährungen angemessen verarbeiten zu können. Dies geht aus einem Bericht der schottischen Zeitung Scotsman vom 9. November hervor.
In einer Rede auf der ScotChain18 Konferenz in Edinburgh, die den Einsatz von Blockchain in der Wirtschaft zum Thema hat, meinte Jeremy Drain, vom Krypto-Software-Hersteller Libra, dass es „unter vielen Firmen einen Glauben gibt, dass ihre derzeitige Infrastruktur ausreicht, um Krypto und Blockchain annehmen zu können“. Allerdings erklärt er in diesem Zusammenhang, dass die Daten dieser Unternehmen zu verschieden sind, wodurch diese nicht mit Blockchain und Krypto kompatibel sind.
Andere Konferenz-Teilnehmer wie Kent McKenzie, Leiter für Fintech bei der Wirtschaftsberatung Deloitte, und Apolline Blandin vom Cabridge Center for Alternative Finance, gingen auf die Herausforderungen bei der Regulierung von Blockchain ein sowie auf die Notwendigkeit einer Standardisierung der Branche. Casey Kuhlman, Geschäftsführer des Smart Contract Dienstleisters Monax, blies in ein anderes Horn und sagte:
„Diese Software ist noch unausgereift und das Nutzenversprechen ist noch nicht eindeutig, aufgrund der verschiedenen Technologien, die bei den verschiedenen Kryptowährungen eingesetzt werden.“
Michael Young, Geschäftsführer der Personalagentur MBN Solutions, meint, dass „viele“ Firmen die Blockchain und deren Einsatz für ihre Unternehmensstrategien ausloten, was wiederum eine Auswirkung auf bestehende IT-Infrastrukturen hat, die sich bemühen müssen, mit dieser „neuen Generation“ mitzuhalten. So schlussfolgert er:
„Die erfolgreichen Anwendungsfälle haben ausnahmslos eine Gemeinsamkeit: sie brauchten die richtige Infrastruktur, um schnelle, reibungslose und sichere Übertragung und Verarbeitung der Daten auf der Blockchain zu gewährleisten. Für die Startups der Blockchain-Branche ist dies in der Regel kein Problem, aber für große Unternehmen, die mit dieser Technologie Schritt halten wollen, bedeutet dies einen fundamentalen Umschwung.“
Im Oktober hat das japanische IT-Konzern Fujitsu seine Pläne eines Blockchain-basierten Zahlungsabwicklungssystems vorgestellt, das in Kooperation mit neun japanischen Banken entwickelt werden soll. Das Projekt will nach eigener Aussage „die Nutzbarkeit der Blockchain-Technologie nachweisen“, wobei eine noch unbekannte „Digitalwährung“ eingesetzt wird.
Die Moskauer Börse (MOEX) vermeldete im Juni, dass sie eine Infrastruktur aufbauen will, auf der Unternehmen wiederum ihre Initial Coin Offerings (ICOs) durchführen können. Der Starttermin ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Alexander Afanasiev, Geschäftsführer der MOEX, gibt an, dass die Börse keinerlei Tokens notieren wird, es soll höchstens Futures (Terminkontrakte) für ICOs geben, falls die Nachfrage der Anleger entsprechend groß ist.
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