Facebooks kommende Kryptowährung Libra wird in Indien wahrscheinlich wegen eines Verbots von Blockchain-basierten Währungstransaktionen nicht angeboten werden, so ein Bericht der lokalen Publikation The Economic Times vom 20. Juni.

Laut in dem Bericht zitierten und mit der Materie vertrauten Personen liegt bei der Reserve Bank of India (RBI) keine Antrag für den Betrieb der digitalen Währung vor.

Ein Facebook-Sprecher hatte darauf hingewiesen, dass die digitale Brieftasche von Facebook, Calibra, "in den von den USA sanktionierten Ländern oder Ländern, die Kryptowährungen verbieten, nicht verfügbar sein" werde, was ihre Verwendung in einigen der größten Facebook-Märkte, einschließlich Indien, verhindert.

Laut der Economic Times hat die RBI die Behauptungen weder bestätigt noch dementiert.

Laut Anirudh Rastogi, dem Gründer der lokalen, auf Technologie fokussierten Anwaltskanzlei Ikigai Law, macht sich die RBI offenbar keine Sorgen um Facebooks Libra-Projekt, sofern dieses in einem geschlossenen Peer-to-Peer (P2P)-System betrieben werde. Sollte sie allerdings mit der externen Wirtschaft interagieren, dann werde sie "genau die Art von Digital Asset sein, um welche sich die RBI sorgt", so Rastogi.

Facebook veröffentlichte am 18. Juni ein Whitepaper für das Kryptowährungsprojekt Libra. Dem Text zufolge soll die Stablecoin Libra technisch nicht an eine nationale Fiat-Währung gebunden sein und Nutzer nicht durchgängig in der Lage sein, den Token für einen festen Geldbetrag einzulösen. Wie Facebook in dem Papier schreibt, wurden die Reserve-Währungen gewählt, um die Volatilität zu minimieren.

Unterdessen erwägt die indische Regierung offenbar ein vollständiges Verbot von Kryptowährungen. Lokalen Medien zufolge werde sogar darüber nachgedacht, eine 10-jährige Haftstrafe für Bürger durchzusetzen, die mit Kryptowährungen zu tun haben. Allerdings lehnte die RBI jüngst erst jede Beteiligung an einer Krypto-Gesetzgebung ab, die Kryptowährungen in Indien verbieten würden.

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