Facebook: Digitale Wallet Calibra auf den größten Märkten nicht verfügbar

Die digitale Wallet von Facebook namens Calibra wird in einigen der größten Märkte des sozialen Netzwerks, darunter Indien, nicht verfügbar sein, wie TechCrunch am 19. Juni berichtete.

Ein Sprecher sagte gegenüber der Webseite:

"Die Libra- Blockchain wird weltweit verfügbar sein, aber es ist Aufgabe der Depot-Wallet-Anbieter, festzustellen, wo das Unternehmen den Dienst anbieten wird und wo nicht. Calibra wird nicht in Ländern verfügbar sein, die von den USA sanktioniert wurden, und auch nicht in Ländern, in denen Kryptowährungen verboten sind."

Schätzungen von Statista zufolge gab es im April dieses Jahres in Indien 260 Millionen Facebook-Nutzer. Das sind weit mehr Nutzer als auf dem zweitgrößten Markt des Technologieriesen, den Vereinigten Staaten.

Anfang des Monats haben indische Gesetzgeber neue, strenge Vorschriften vorgeschlagen. Damit würde Bürgern eine 10-jährige Gefängnisstrafe drohen, wenn sie mit Kryptowährungen handeln.

Facebook will Calibra über eine spezielle App und die WhatsApp- und Messenger-Plattformen anbieten. Aktuell ist Indien der einzige Markt, auf dem der Zahlungsdienst WhatsApp Pay verfügbar ist.

Bei der Ankündigung der Kryptowährung Libra und der Wallet Calibra machte Facebook deutlich, dass das Unternehmen die Verbraucher erreichen wolle, die keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Der Social-Media-Riese wolle diesen einen Zugang zu solchen Finanzdienstleistungen ermöglichen. Der aktuelle Bericht könnte jedoch bedeuten, dass Indien, das zweitgrößte Land nach Bevölkerung, die keinen Zugang zu Finanzdienstleistung hat, bei der Einführung von Libra in der ersten Hälfte des nächsten Jahres außen vor bleibt.

Der globale Stablecoin von Facebook wird durch eine Reserve von Vermögenswerten gedeckt, um sie vor der Volatilität zu schützen, die bei anderen Kryptowährungen häufig vorkommt. MastercardPayPal und Visa gehören zu den Gründungsmitgliedern der Libra Association.

Das Projekt wurde von anderen Ländern kritisiert. Die Abgeordnete Maxine Waters, die Vorsitzende des Finanzdienstleistungsausschusses des US-Repräsentantenhauses, hat Facebook aufgefordert, die Entwicklung vorläufig einzustellen, "bis der Kongress und die Regulierungsbehörden die Möglichkeit haben, die Angelegenheit zu untersuchen".

Der Vorsitzende des russischen Staatsduma-Ausschusses für den Finanzmarkt Anatoli Aksakov hat ebenfalls erklärt, dass Libra im Land nicht legalisiert werde.