Facebook Libra: NGOs fordern Verbot durch EU-Kommission und EZB

Die Nichtregierungsorganisationen Bürgerbewegung Finanzwende und Finance Watch haben in einem am 23. Juli veröffentlichten Appell zu einem Verbot von Facebooks geplanter Stablecoin Libra durch die EU-Kommission und die Europäischen Zentralbank (EZB) aufgerufen.

In dem an EU-Kommissionspräsidentin Ursula v. d. Leyen, EZB-Chef Mario Draghi und dessen designierte Nachfolgerin Christine Lagarde gerichteten offenen Brief rufen die beiden Initiativen dazu auf, Facebook in die Schranken zu weisen.

Dies müsse umgehend und noch vor dem Marktstart von Libra geschehen, weil sich die geplante Stablecoin sonst nicht mehr aufhalten lasse. Dazu schreiben die NGOs:

“Facebook plant mit der Einführung der digitalen Währung Libra einen Angriff auf unser Währungssystem und unsere individuelle Freiheit. Nachdem der Techkonzern mit seinem Geschäftsmodell bereits tief in unser Privatleben eingedrungen ist, bereitet er nun die Ausweitung seiner Geschäfte auf den Finanzbereich vor – mit gefährlichem Potential. Bereits Anfang 2020 möchte Facebook seine Pläne in die Tat umsetzen. Einmal eingeführt, ließe sich Libra kaum mehr stoppen.”

Die Bürgerbewegung Finanzwende hat auf ihrer Webseite am 23. Juli die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage veröffentlicht, laut der Libra von einer deutlichen Mehrheit der Deutschen skeptisch gesehen wird. Angesichts massiver Kritik von verschiedenen Seiten versucht Facebook unterdessen, Vertrauen für das Libra Projekt zu gewinnen. CEO Mark Zuckerberg sagte am 24. Juli, das Unternehmen werde so lange wie nötig daran arbeiten, um die Bedenken der Regulierungsbehörden auszuräumen.