Fed-Präsident: Bitcoin ist eine spekulative Anlageklasse wie Gold

Der Präsident der US-Notenbank hat erklärt, dass ein weltweit eingeführtes Kryptowährungssystem möglicherweise die Notwendigkeit von Reservewährungen beseitigen könne. 

Jerome Powell, Vorsitzender der Fed, sagte am 11. Juli vor dem Bankenausschuss des Senats aus und analysierte, ob ein Kryptowährungssystem mit globaler Verbreitung die Notwendigkeit sogenannter Ankerwährungen verringern oder sogar beseitigen könne.

Da der US-Dollar de facto die dominierende Reservewährung der Welt ist, räumte Powell die Möglichkeit ein, dass eine herausragende Kryptowährung die aktuelle Finanzlandschaft neu zeichnen würde. Der Fed-Vorsitzende sagte: 

"Ich denke, dass solche Dinge [die Veralterung der heutigen Reservewährungen] möglich sind, aber wir haben [...] keine breite Akzeptanz gesehen. Bitcoin ist ein gutes Beispiel, fast niemand verwendet es für Zahlungen, [...] " es ist eine spekulative Wertspeicher wie Gold."

Powells Vergleich ist bemerkenswert angesichts der Rolle der Federal Reserve Bank of New York als Depotbank für das Gold der US- und ausländischen Regierungen, anderen Zentralbanken und offiziellen internationalen Organisationen. 

Powell räumte ein, dass die Aussicht auf eine Ablösung der Reservewährungen durch Kryptowährungen seit ihrer Einführung impliziert ist und dass durch ihre Verwirklichung das globale Finanzsystem – und insbesondere das Federal Reserve System - tiefgreifend verändern könne. Er merkte an: 

"Seit es Kryptowährungen gibt, wird darüber gesprochen, eingetreten ist es jedoch nicht. Das heißt aber nicht, dass es nicht passieren wird. Und wenn es passierte, dann könnte in den USA eine bestimmte Ära wiederkehren. Eine Ära, in der wir viele verschiedene Währungen hatten, die sogenannte "Nationalbank-Ära"

Wie berichtet, hatte Powell Anfang dieser Woche vor dem House Financial Services Committee ausgesagt und eingeräumt, dass die Auswirkungen von Facebooks bevorstehender Stablecoin Libra für die globale Finanz- und Regulierungslandschaft „potenziell systemrelevant“ sein könnten.

In China haben Veteranen der Zentralbanken die weitverbreitete Erwartung von Libra als "untrennbar mit der globalen Dollarisierungstrend" bezeichnet und betont, dass Peking mit Vorsichtsmaßnahmen und rigorosen politischen Untersuchungen reagieren solle, um einen starken Währungsstatus beizubehalten.