US-Zentralbankvorsitzender: Facebook muss regulatorische Bedenken um Libra ausräumen

Der Vorsitzende der US-Zentralbank Jerome Powell sagte, dass man insgesamt zufrieden mit der Art und Weise sein sollte, wie Facebook mit den regulatorischen Bedenken bezüglich seines bevorstehenden Stablecoins Libra umgeht. Powell äußerte diese Ansicht bei einer Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss am 10. Juli.

Steve Stivers fragte Powell bei der Anhörung: "Wenn Facebook Ihre Fragen zu Anti-Geldwäsche und Identitätsprüfungsmaßnahmen nicht ausreichend beantworten kann, was würden Sie den Banken, die Bankendienstleistungen für Facebook anbieten, sagen und was wäre Ihr Rat an Facebook?". Powell antwortete darauf:

"[...] Ich denke einfach, dass Facebook nicht vorankommen kann, ohne dass man insgesamt mit der Art und Weise zufrieden ist, wie das Unternehmen Geldwäsche und all diese Dinge in Angriff nimmt. Die Bedenken, die ich zu Beginn aufzählte, Datenschutz, Verbraucherdatenschutz, all diese Dinge müssen sehr gründlich und sorgfältig in Angriff genommen werden."

Powell sprach auch darüber, inwiefern das Projekt außerhalb der traditionellen regulatorischen Grenzen liege, und verdeutlichte das Ausmaß des vorgeschlagenen Kryptowährungsprojekts:

"Ich denke, das ist etwas, das nicht annähernd oder einfach in unser Regulierungssystem passt. Das hat eine potentiell systemische Dimension."

Die Vorsitzende Maxine Waters fragte Powell auch, ob die Fed Bedenken hinsichtlich der Geldpolitik bei Libra hat. Powell antwortete ähnlich darauf:

"Libra wirft viele ernsthafte Bedenken in Bezug auf Datenschutz, Geldwäsche, Verbraucherschutz und finanzielle Stabilität auf. Das sind Anliegen, die vor einem weiteren Vorgehen gründlich und öffentlich geklärt werden sollten."

Powell hatte zuvor in einer Pressekonferenz am 19. Juni über Libra gesprochen. Auf die Frage nach der Rolle der Fed bei der Regulierung von Libra, vermutete Powell, dass sie keine direkte Autorität haben, aber dennoch einflussreich sein würde:

"[...] wir haben keine Vollmacht über Kryptowährungen als solches. Sie bringen unsere Welt durch Verbraucherschutz und Geldwäsche und dergleichen voran. Aber ich würde sagen, dass wir [...] durch internationale Foren [...] einen bedeutenden Beitrag zum Zahlungssystem leisten und, wie Sie wissen, eine wichtige Rolle im Zahlungssystem hier in den Vereinigten Staaten spielen."

Wie Cointelegraph bereits berichtete, haben Maxine Waters, Mitglieder des Ausschusses für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses und eine Reihe von Interessengruppen einen Entwicklungsstopp für Libra gefordert.

David Marcus, der Leiter des digitalen Libra-Wallet-Dienstes Calibra, hat nun sowohl über einen öffentlichen Facebook-Post als auch in einem Schreiben an Waters und den Ausschuss geantwortet, um ihre Bedenken auszuräumen. Er versprach auch, dass er kooperieren würde.