Ehemaliger Aufsichtsrat der US-Zentralbank schlägt digitale Staatswährung vor

Kevin Warsh, ehemaliger Aufsichtsrat der US-amerikanischen Zentralbank (Fed), regt die Einführung eines sogenannten „FedCoins“ an. Ziel soll es dabei sein, „legale Geschäft in einer digitalen Münze zu bündeln“, wie die New York Times am 4. Mai berichtete.

Von 2006 bis 2011 war der amerikanische Bankier Warsh im Aufsichtsrat der „Fed“: Danach war er in der engeren Auswahl ihr Präsident zu werden, allerdings entschied sich die Trump Regierung stattdessen für Jerome Powell. Nach Aussage von Warsh, hätte er im Falle einer Rückkehr zur Zentralbank ein Team gegründet, das mit der „Gestaltung eines FedCoins zur Bündelung legaler Geschäfte in eine digitale Münze“ beauftragt gewesen wäre. Dazu merkte er an:

„Sie würde das normale Bargeld zwar nicht ersetzen, allerdings wäre dies ein effektives Mittel, um in einer erneuten Finanzkrise Geldpolitik zu steuern.“

Außerdem meint Warsh, dass „die meisten Zentralbanken glauben, Kryptowährungen wären eine Modeerscheinung, die in irgendeiner Garage gebastelt wurden und cool oder hip sind.“ Dies würde die Tür für Investitionsverluste und großangelegten Betrug öffnen. Allerdings erwidert er darauf, dass die Blockchain-Technologie auch für die Federal Reserve große Chancen bietet, besonders für ihr eigenes Transaktionssystem. Laut Warsh ermöglicht dies, Billionen von Dollars zwischen den Banken zu transferieren.

Jerome Powell sagt, dass die Fed sich tatsächlich schon mit Blockchain beschäftigt - „als etwas, das signifikante Anwendungsmöglichkeiten für die Zahlungsabwicklungen der gesamten Wirtschaft haben kann.“

Nach Warsh sollten die Zentralbanken in digitalen Währungen mehr als ein Trendphänomen sehen, wenn die Gesellschaft Krypto tatsächlich als die Zukunft des Geldes ansieht:

“Der Kongress hat die Fed mit einem Monopol über das Geld ausgestattet. Sobald die nächste Generation beginnt, Kryptowährungen mehr als Geld, denn als Gold anzusehen, und wenn die damit einhergehende Volatilität sinkt, dann wäre es nicht mehr nur eine Spekulationsanlage, sondern eine verlässliche Werteinheit. Allein schon aus egoistischen Gründen würde ich als Zentralbank nicht wollen, dass mir jemand dieses Monopol wegnimmt.“

Dementsprechend setzen einige Zentralbanken schon mit Tests und Studien auf eine dezentralisierte Ledger Technologie. So kündigte die Bank of England im März an, dass sie an einer Fallstudie arbeitet, die prüfen soll, ob ihr Echtzeit-Bruttoabwicklungssystem (RTGS) mit Blockchain interagieren kann.

Währenddessen untersuchte die Europäische Zentralbank zusammen mit der Bank of Japan, welches Potenzial die Blockchain bei der Verwaltung von Sicherheiten haben kann. Kürzlich kündigte auch die Zentralbank von Südkorea an, dass sie Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Kryptowährung und Blockchain für die Gestaltung einer „bargeldlosen Gesellschaft“ schaffen möchte.

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