Hongkongs regulatorische Maßnahmen auf dem Weg zum Status als Internationaler Blockchain-Hub

Am 27. Juni verkündete die Hongkonger Kommission für den Wertpapierhandel und Future-Märkte (SFC) in ihrem jährlichen Report, dass sie Krypto und Initial Coin Offerings "genau im Auge behalten" wird. Laut dem Wachhund wird die neue Technologie "von Risiken begleitet", weswegen "falls nötig Interventionen" geplant sind.

Tatsächlich hat die SFC dieses Jahr ein neues Regime aus härteren regulatorischen Maßnahmen eingeleitet, im Zuge dessen Maßnahmen gegen lokale Krypto-Börsen und ICOs initiiert und Warnungen an die Öffentlichkeit über die potenziellen Risiken beim Investieren in den Krypto-Markt ausgesprochen wurden. Unterdessen pflegt Hongkong weiterhin seine finanziellen, grenzübergreifenden Blockchain-Initiativen und stärkt seinen Ruf als ein internationaler Hub für Blockchain-Unternehmungen.

Eine kurze Geschichte über Krypto-Regulationen in Hongkong

Hongkong ist eine autonome Sonderverwaltungszone in China und besitzt ein separates politisches System vom Rest des Landes, welches sich auch auf die lokale Wirtschaft auswirkt. Daher übernimmt die Stadt nicht immer die chinesische Haltung gegenüber Krypto und wich im September 2017 so beispielsweise dem berühmt-berüchtigten ICO-Pauschalverbot aus. Das Ergebnis ist, dass diverse Unternehmen aus dem Krypto-Sektor nach dem harten Durchgreifen der chinesischen Behörden den Umzug in das Krypto-freundlichere Hongkong eingeleitet haben. Als die Bedenken der chinesischen Autoritäten in Bezug auf ICOs praktisch umgesetzt wurden, beschloss beispielsweise die chinesische Bitcoin-Konferenz BitKan von Beijing nach Hongkong zu verlegen und auch die weltgrößte Krypto-Börse Binance eröffnete Büros in dem Sonderverwaltungsgebiet - auch wenn sich die Börse letztendlich für eine multinationale Präsenz entschied.

Etwa zur gleichen Zeit, im September 2017 demonstrierte die Regierung von Hongkong ihre Unterstützung für Blockchain mit einem deutlichen Umriss ihrer positiveren Einstellung gegenüber Krypto im Vergleich mit dem Festland China. Charles d’Haussy von der auf Fintech ausgerichteten staatlichen Wirtschaftsagentur InvestHK argumentierte:

"Blockchain hat für uns eine sehr hohe Priorität. Es gibt einen Hype und in manchen Fällen das überhastete Greifen von Geld mit ICOs. Aber was wir hier in Hongkong bauen wollen, ist eine Infrastruktur für neue Unternehmen und bestehende Firmen, die sicherstellen soll, dass die Technologie und Innovationen ein Schlüsselfaktor für das Wachstum des Finanzsektors bleiben. "

Grenzübergreifende Blockchain-Initiativen

Zu diesen Zeitpunkt hatte sich das Hongkongs Währungsamt (HKMA), eine Agentur, die in der Region als Zentralbank auftritt, bereits mit seinem Singapurer Gegenspieler zusammengeschlossen, um ein Blockchain-betriebenes Projekt zu starten, um die gegenseitigen Finanzierungen und Handelsgeschäfte zwischen den globalen Finanzzentren zu maximieren. Im November 2017 waren dem Projekt rund 20 Banken aus beiden Ländern mit dem Wunsch auf vereinfachte grenzübergreifende Handelsprozesse beigetreten.

Etwa zu dem Zeitpunkt kündigte die Hongkonger Regierung Pläne für ein Blockchain-basiertes Handelsfinanzsystem als Teil der chinesischen "Belt and Road Initiative" an - ein nationales Programm des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, welches 2013 ins Leben gerufen wurde, um Handelsrouten zwischen China und seinen globalen Partnern zu fördern. Durch das Projekt soll laut dem Hongkonger Sekretär für Finanzdienste und das Schatzamt James Henry Lau die Technologie in die Lage versetzt werden, den menschlichen Input und die Zeit, die Handelsfinanzen normalerweise benötigen, deutlich zu senken und darüber hinaus "die Chancen für Betrügereien" mindern.

"Handel entlang der Handelsgürtel und Straßen wird hauptsächlich von kleinen und mittleren Unternehmen betrieben, daher könnte die Distributed-Ledger-Technologie von Blockchain helfen, die Notwendigkeit einer zentralen Organisation und von Zwischenhändlern zu eliminieren."

Blockchain erfreut sich steigender Präsenz in dem Land. Am 25. Juni testete die Alibaba-Tochter Ant Financial (früher bekannt als AliPay) ihre ersten Blockchain-Überweisungen mit einem Geldtransfer zwischen ihrer AliPayHK-App in Hongkong und der philippinischen Zahlungs-App GCash, ein gemeinsames Projekt mit dem lokalen Telekommunikationsunternehmen Globe Telecom. Die Transaktion benötigte lediglich 3 Sekunden. Ant Financials Geschäftsführer Jack Ma kommentierte das Projekt:

"Blockchain zu nutzen, um grenzüberschreitende Überweisungen zu erreichen, ist eines wichtigsten Projekte in den letzten sechs Monaten. Von Hongkong aus wird dieser Service (AlipayHK) in Zukunft auch dem Rest der Welt angeboten werden. "

Am 26. Juni, nur einen Tag nachdem die HKMA ein Fintech-Kollaboration-Erklärung mit der Regulierungsautorität für Finanzdienstleistungen (FSRA) des globalen Marktes Abu Dhabis (ADGM) - dem UAE-Kapitalwachhund des Finanzmarktes - unterschrieben hatte, "um einen Dialog über die Möglichkeiten zur Erschaffung eines grenzübergreifenden Handelsfinanznetzwerkes durch die Nutzung von Distributed-Leder-Technologien (DLT) zu starten", betonte sie erneut ihre Absichten, ein Blockchain-basierten Finanzhandelsnetzwerk zu erschaffen und sich langsam in einem "Blockchain-Himmel" zu entwickeln.

ICOs und Börsen unter der Kontrolle der SFC

Während die chinesischen Autoritäten das Pauschalverbot für ICOs in Kraft setzen, verfolgte Hongkong einen vorsichtigeren Ansatz. Im September 2017 gab Hongkongs Finanzregulator, die SFC, eine öffentliche Warnung vor den potenziellen Risiken von Krypto-Investitionen heraus, wobei betont wurde, dass ICOs eventuell als "Wertpapiere" gelten könnten. Das bedeutet, dass sie vor einer öffentlichen Veräußerung bei einem Wachhund registriert werden müssen. Ähnlich Aktionen wurden auch von der US-Amerikanischen Wertpapier und Börsenaufsichtsbehörde in die Wege geleitet. Ihr Kommissar Robert Jackson hatte zuvor argumentiert, dass ihm bisher kein ICO untergekommen war, dass kein Wertpapier darstellte, weswegen es vor der Präsentation für die Investoren bei der SEC hätte registriert werden müssen.

Im Februar 2018 gab die Behörde dann eine zw