Laut Hongkongs SFC ist die öffentliche Kapitalerhebung die Aufgabe von VCs und nicht von ICOs

Die Leiterin der Hongkong-Kommission für Wertpapiere und Futures (Hong Kong SFC) gab während einer Rede am 13. April für "Neue Technologien und Asset-Management" zu Protokoll, dass die Art der Kapitalerhebung über Initial Coin Offerings (ICO) am ehesten für Venture Capital Fonds geeignet sei.

Julia Leung, die ebenfalls im Vorstand der 2016 gegründeten Fintech Advisory Group tätig ist, beschreibt die aktuelle Ära als die "vierte industrielle Revolution" und zitiert dabei den Wissenschaftler Klaus Schwab mit seinem Versprechen für technische Innovationen. Auch wenn Leung anmerkt, dass die Hong Kong SFC als Wertpapier-Regulator neue Technologien wie Blockchain als vielversprechend ansieht, käme die Unterstützung für diese neuartigen Technologien mit einigen wichtigen Vorbehalten:

"Wir erkennen zwar an, dass innovative Technologien wie [B]lockchain das Potenzial haben, die Effizienz und finanzielle Inklusion zu verbessern, aber dies berechtigt niemanden dazu, öffentliche Fundraising-Aktivitäten durchzuführen, die gegen das Wertpapiergesetz verstoßen. Aufgrund der hochtechnischen Inhalte und der Intransparenz einiger dieser Projekte ist es für einen durchschnittlichen Investor schwierig, Gewinner zu erkennen, eine Aufgabe, die eher für professionelle Investoren wie Risikokapitalfonds geeignet ist."

Laut Leung sei die Realität, dass viele der ICOs "zweifelhaft, wenn nicht sogar ausgemacht betrügerisch [...] seien und sich aufgrund ihres grenzübergreifenden Charakters und Strukturierung außerhalb der regulatorischen Perimeter der Kontrolle der Polizei oder der Wertpapieraufsichtsbehörden entziehen." Sie weist an dieser Stelle auf die noch jungen Hacker-Angriffe auf Krypto-Börsen in Japan und Südkorea hin und bezeichnet sie "scharfe Erinnerungen an die Risiken" im Krypto-Handel.

Im Februar hatte die Hong Kong SFC Krypto-Investoren vor den Risiken beim Investieren gewarnt und versprochen, ICOs und Kryptomärkte weiterhin zu überwachen. Im März hatte der Wertpapier-Regulator das ICO von Black Cell Technology mit der Begründung gestoppt, dass die Wertpapierveräußerung nicht registriert wurde und das Unternehmen gezwungen, die erzielten Gelder an die Investoren zurückzuzahlen.

Leung merkt an, dass eine stringentere Regulierung des Krypto-Sektors ebenfalls beim G20-Treffen im März besprochen wurde. Speziell für Hong Kong gab Leung zu Protokoll, dass die Aufsichtsbehörde mit dem Investor Education Center zusammenarbeite, um Krypto-Investoren auf die Risiken aufmerksam zu machen und in Kollaboration mit internationalen Organisationen gemeinsam Fintech-Projekte voranzutreiben.

Hong Kongs Exchanges and Clearing Market (HKEX) kündigte im März an, einen Dialog mit der Australischen Wertpapierbörse (ASX) einzuleiten, um Blockchain-Innovationen und Implementationen zu besprechen. In ihrer Rede gab Leung ebenfalls bekannt, dass die Hong Kong SFC Vereinbarungen über Fintech-Innovationen mit regulatorischen Körpern in Großbritannien, Australien, Malaysien, Dubai und der Schweiz unterzeichnet hat.

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