Indische Polizeibeamte attackieren Geschäftsmann und stehlen 200 BTC

Die Kriminalpolizei (CID) im indischen Gujarat untersucht die vermeintliche Entführung und Erpressung von einer Lösegeldsumme von 200 Bitcoins (BTC) von einem Geschäftsmann durch Polizeibeamte, wie der lokale Nachrichtendienst India Today am Montag, den 9. April berichtete.

Die CDI hat ein FIR (ein Polizeidokument, das dem Beginn der Ermittlung vorausgeht) gegen 10 Polizeibeamte eingereicht, darunter ein polizeilicher Oberkommissar (SP) und ein Inspektor, in welchem diese des besagten Verbrechens angeklagt werden.

Laut dem Opfer, einem indischen Geschäftsmann und Bauleiter, Shailesh Bhatt hat ihn der Offizier der indischen Bundespolizeibehörde (CBI) Sunil Nair gemeinsam mit anderen Polizisten am 9. Februar zunächst in einem Raum der Behörde zusammengeschlagen, bis er einer Lösegeldzahlung von rund 625.000 Euro zustimmte, ohne die Art der Währung zu spezifizieren.

In der Anklage beschreibt Bhatt, wie er nach seiner Freilassung auf eine Farm verschleppt wurde, wo man ihn zwang, 200 BTC (damals rund 1,6 Mio. Euro) an den ehemaligen Geschäftspartner Kirit Paladiya zu überweisen.

"Sie schlugen mich in dem Raum zusammen und haben gedroht, mich bei einem gestellten Treffen zu töten, wenn ich ihnen nicht meine Bitcoins übergebe [...] Jagdish Patel, ein SP aus Amreli [Stadt in Gunjarat] und Inspektor Anant Patel waren beteiligt. Ich wurde gezwungen, Rs 13 Crore [rund 1,6 Mio. Euro] in Bitcoins auf Paladiyas Konto zu überweisen."

In einer Berichterstattung des lokalen Nachrichtensenders News18 wird berichtet, dass die BTC von Paladiyas Wallet aus versendet wurden, ein Statement, das von dem Generaldirektors (DGP) der Kriminalpolizei (CBI) unterstützt wird. DGP Ashish Bhatia gab zu Protokoll, dass es "bisher keine Beweise gibt, dass Bitcoins im Wert von Rs 12 core [rund 1,6 Mio. Euro] von Shailesh Bhatts Wallet oder dem seines Geschäftspartner Kirit Padaliya aus abgeschickt wurden."

Bhatt merkt an, dass Paladiya ihm mitgeteilt hatte, dass er von der indischen Agentur für Wirtschaftsrecht, der Enforcement Directorate, für den Handel mit BTC beobachtet wurde, woraufhin er zu einem Treffen mit Paladiya gerufen und dann angeblich in einem Polizeifahrzeug entführt wurde. Oberpolizeikommissar Bhatia hat bestätigt, dass staatliche Fahrzeuge an der Entführung beteiligt waren.

Bhatt behauptet auch, dass Nalin Kotadiya, ein ehemaliges Mitglied der politischen Partei Gujarat Parivartan, daran beteiligt war, Druck auf ihn auszuüben, um das Lösegeld zu zahlen.

Bhatia bezeichnete die FIR-Beschwerde als "einen Fall von Entführung und Erpressung" und fügte hinzu, dass sie "eine Sondereinheit gebildet haben, die alle Aspekte dieses Falles untersuchen wird". Drei der Offiziere, die in den Fall verwickelt sein sollen, wurden verhaften. Inspektor Patel hat sich abgesetzt.

Die Summen, die in den Berichterstattungen auftauchen, variieren zwischen 1,45 und 1,6 Mio. Euro, vermutlich aufgrund der täglichen Schwankungen im BTC-Preis.

Entführungsverbrechen gegen Kryptowährung-Besitzer haben sich in den letzten Jahren gehäuft, vor allem in der ehemaligen Sowjetunion. Im Dezember 2017 wurde der leitende Angestellte einer Krypto-Börse für BTC in der Ukraine entführt und gezwungen, mehr als 800.000 Euro in Bitcoins als Lösegeld zu bezahlen. Im Januar diesen Jahres wurde ein russischer Blogger, der online mit seinem Krypto-Vermögen angegeben hatte, zusammengeschlagen, bevor man ihm rund 348.000 Euro in Realvermögen abnahm. Anfang Februar wurde ein Mann in Moskau mit einem Messer attackiert und gezwungen, über 800.000 Euro in Krypto an seine Angreifer zu überweisen und später, im gleichen Monat, wurde ein Krypto-Entwickler ebenfalls in Moskau angegriffen und geschlagen, bevor die Angreifer ihm rund 2,5 Mio. Euro in BTC raubten.