Iran: Möglicherweise bald Enthüllung von eigener Kryptowährung

Der Iran könnte seine staatlich unterstützte Kryptowährung auf der Konferenz über elektronische Bank- und Zahlungssysteme in Teheran diese Woche enthüllen, wie die lokale englischsprachige Nachrichtenagentur Al Jazeera am 27. Januar berichtete.

Der Iran, gegen den die Vereinigten Staaten seit November neue Sanktionen verhängt hatten, hatte zuvor geplant, Blockchain-basierte Finanzinstrumente zur Umgehung der Einschränkungen für sein Wirtschaftswachstum einzusetzen.

Eine digitale Währung der Zentralbank (CBDC) könnte eine durch den Rial gestützte Kryptowährung sein. Doch es wurde angenommen, dass Teheran eine Alternative zu SWIFT, dem globalen Abwicklungssystem, auf das einige iranische Banken keinen Zugriff haben, entwickeln könnte.

Die Quellen seien weiter unsicher, ob eine derart groß angelegte Implementierung stattfinden werde, aber eine lokale Nutzung der digitalen Währung, wie etwa für Verbraucherzahlungen, sei womöglich eine Option.

"Sie können sicherlich nicht Bitcoin oder andere große Kryptowährungen ersetzen, da sie zentralisiert sind, aber ihre Existenz ist harmlos", so Yashar Rashedi, ein Blockchain-Entwickler bei der iranischen Firma Radfa, gegenüber Al Jazeera. Rashedi fügte hinzu:

"Auch wenn digitale Zentralbankwährungen in der Öffentlichkeit nie alltäglich Verwendung finden könnten, könnten sie es Start-ups und Entwicklern, die zuvor mit zentralisierten Bank-APIs arbeiten mussten, einige neue Funktionen bieten."

Der Iran ist einer von mehreren Staaten, die zentralisierte digitale Währungen einführen wollen. Einige von diesen Ländern haben dabei auch eine Umgehung von US-Sanktionen im Blick.

Das russische Projekt, der Krypto-Rubel, ist noch einige Jahre von einer Einführung entfernt, so ein Regierungsmitarbeiter Anfang des Monats. Die digitale Währung von Venezuela, der Petro, ist bereits im Umlauf. Diesem wurden allerdings mehrfach Unrechtmäßigkeit und eigene Sanktionen vorgeworfen.

Laut Angaben von einem Unterzeichner des jüngsten Blockchain-Abkommens namens Chainpoint zwischen dem Iran, Russland und Armenien soll der Iran bereits an einer Blockchain-basierten Methode als Ersatz für SWIFT arbeiten.

"Nach unseren Informationen wird derzeit aktiv an einer iranischen Version von SWIFT gearbeitet", so Yuri Pripachkin, Leiter der russischen Krypto- und Blockchain-Branchenvereinigung, laut Al Jazeera.

Im Dezember warnten US-Gesetzgeber, dass sie einen Krypto-Rial in jeder Form ebenfalls sanktionieren würden.