Ein Bundesrichter wird in den kommenden Tagen über den Einspruch der Anwälte von Sam Bankman-Fried (SBF) im Hinblick auf neue Beweismittel anhören. Nach Angaben von Bankman-Frieds Anwälten wurden die mehr als 4 Millionen Seiten an schriftlichen Beweisen nur weniger als sechs Wochen vor dem für den 3. Oktober anberaumten Prozess von der Staatsanwaltschaft eingereicht.

Richter Lewis Kaplan erließ am 26. August eine entsprechende Verfügung, in der er die Staatsanwaltschaft auffordert, auf Schreiben des Anwaltsteams von Bankman-Fried zu antworten, die den angemessenen Zugang zu den betreffenden Beweismitteln betreffen. Zudem stellt die Verteidigung einen Antrag, um die Staatsanwaltschaft daran zu hindern, die nach dem 1. Juli produzierte Beweise überhaupt verwenden zu dürfen.

Dahingehend argumentieren die Anwälte von Bankman-Fried:

„Wir erheben ferner Einspruch dagegen, dass die Staatsanwaltschaft erst gestern weitere 4 Millionen Seiten an Beweismitteln vorgelegt hat. Der Staatsanwaltschaft kann nicht erlaubt werden, der Verteidigung weniger als sechs Wochen vor dem Prozess Millionen von Seiten aufzubürden, [...] Aus den Gründen, die bereits in unseren Anträgen in ECF Nr. 206, erörtert wurden, sollte der Staatsanwaltschaft die Verwendung solcher Beweise im Prozess untersagt werden.“

Eine vorläufige Entscheidung erlaubt es dem Team von Bankman-Fried, die eigenen Argumente ausführlich in einer Videokonferenzanhörung am 30. August vorzutragen.

Anordnung von Richter Lewis Kaplan vom 26. August. Quelle: Inner City Press

Bankman-Fried wird vorgeworfen, Kundengelder für Investitionen, persönliche Ausgaben und politische Wahlkampfspenden veruntreut zu haben. Gegen den ehemaligen FTX-CEO wurden insgesamt 12 Anklagepunkte erhoben, die in zwei Prozessen im Oktober 2023 und März 2024 verhandelt werden sollen.

Anfang dieser Woche plädierte Bankman-Fried auf „nicht schuldig“ in Bezug auf die Anklagepunkte Betrug und Geldwäsche, die ihm in einer aktualisierten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vorgeworfen werden. Während der Anhörung plädierten seine Anwälte auch für eine bessere Behandlung im Metropolitan Detention Center in Brooklyn, wo er seit der Aufhebung seiner Kaution am 11. August inhaftiert ist.

Seinen Anwälten zufolge ist Bankman-Fried gezwungen, sich von Brot, Erdnussbutter und Wasser zu ernähren, da das Gefängnis keinerlei vegane Optionen anbietet. Seine Anwälte äußerten auch Bedenken hinsichtlich seiner medizinischen Bedürfnisse und geben zu bedenken, dass er seit seiner Inhaftierung keine Medikamente erhalten hat.