Die Money Forward Inc., die Firma hinter einer beliebten japanischen Zahlungs-App, hat nun bekanntgegeben, dass sie ihre Pläne für eine eigene Kryptobörse zunächst aufgibt. Dies hat Cointelegraph Japan am heutigen 15. April gemeldet.
Wie zuvor berichtet, hatte Money Forward im Mai 2018 gar ein Tochterunternehmen gegründet, das speziell für Krypto-Projekte verantwortlich sein sollte. Im Zuge dessen wurde zunächst ein Krypto-Medienportal entwickelt, anschließend sollte die besagte Kryptobörse und ein Krypto-Zahlungssystem folgen.
Wie es in der heutigen Mitteilung heißt, hat sich der Vorstand von Money Forward dazu entschieden, den eingereichten Zulassungsantrag für die Kryptobörse zurückzuziehen und die Entwicklung der Plattform vorerst auf Eis zu legen.
Der Vorstand kommentiert die Entscheidung in dem Schreiben und bezieht sich dabei auf die Geschäftszahlen aus dem ersten Quartal 2019. Vor dem Hintergrund der aktuellen Verluste heißt es dahingehend:
„Die Kryptomärkte sind stark abgeflaut, wodurch das Risiko für weitere Verluste zunimmt, wenn wir unsere Krypto-Geschäfte fortführen.“
Als weitere Gründe, die die Entscheidung des Vorstands befeuert haben, werden die steigende Anzahl an Hacker-Angriffe auf Kryptobörsen genannt, ebenso wie das Risiko, dass eine solche Plattform für Geldwäsche missbraucht werden könnte. Außerdem müsse man verstärkt in Anlegerschutz und Benutzerfreundlichkeit investieren, um konkurrenzfähig zu sein, was angesichts der momentanen Marktlage immer weniger rentabel wird.
Neben dem Stopp für die Kryptobörse hat der Vorstand deshalb auch angekündigt, dass die Dienste der Krypto-Medienplattform Onbit ab dem 31. Mai eingestellt werden. Allerdings wird nichtsdestotrotz betont, dass Money Forward weiterhin am Einsatz von Blockchain und Krypto feilen will, was neue Projekte in der Zukunft nicht ausschließt.
Die Krypto-Tochter des Unternehmens hatte Anfang des Jahres schon eine Zulassung der Kategorie 2 von der Japanischen Aufsichtsbehörde für Kryptobörsen (JVCEA) erhalten. Hiermit rückte sie automatisch in den Kreis derjenigen Firmen, die bei Japans Finanzmarktaufsicht FSA eine offizielle Lizenz für den Betrieb einer entsprechenden Handelsplattform ersuchen durften.
Die JVCEA ist ein selbstregulierender Verband der japanischen Kryptobörsen. Der Zusammenschluss wurde im Mai 2018 gegründet und soll dabei helfen, einheitliche Standards für die heimische Kryptobranche aufzustellen. Im Oktober 2018 hatte der Verband von der FSA die Erlaubnis bekommen, die Branche eigenständig regulieren zu dürfen.
Wie Cointelegraph heute ebenfalls berichtet, konnte das Krypto-Startup FXCoin den großen japanischen Finanzdienstleister SBI Holdings als Investor gewinnen. Ein ehemaliger Top-Manager der Deutschen Bank ist für FXCoin verantwortlich, das Unternehmen plant seinerseits, demnächst eine lizensierte Kryptobörse an den Start zu bringen.
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