Bitfinex reagiert auf neue Klage: "Söldnerisch und unbegründet"

Der Kryptobörse Bitfinex, die mit Tether in Verbindung steht, droht erneut eine Sammelklage. Das Unternehmen bezeichnete diese als "söldnerisch und unbegründet".

In einer Ankündigung vom 24. November gab die Börse bekannt, dass die Klage gegen beide Unternehmen zwei Tage zuvor, am 22. November, ohne Vorankündigung beim US-Bezirksgericht Washington West eingereicht worden sei.

Bitfinex: Keine "Abfindungsvergleiche"

Im Post von Bitfinex werden die Beweggründe sowie die Berechtigung dieser neuen Klage scharf angegriffen. Die Börse bezeichnete dies als "Nachahmungsklage". Eine solche Klage sei bereits vorher zu Herbstanfang beim Bezirksgericht New York Süd eingereicht worden.

Diese neue Klage, so Bitfinex, "weist genau dieselben Mängel auf". Die Behauptungen darin seien  "ähnlich unbegründet" und würden auf "Scheinforschung" basieren. Mit scharfen Worten geht es in der Ankündigung weiter:

"Wie wir letzten Monat vorhergesagt haben, versuchen angeheuerte Anwälte nun, Profit aus Bitfinex und Tether zu schlagen. Damit das klar ist: Es wird keine Abfindungsvergleiche oder auch nur irgendwelche Vergleiche geben."

Bitfinex erklärte, dass die Börse die Behauptungen aus dieser und der vorherigen Klage vehement anfechten werde. Es hieß, dass sie die Vorwürfe letztendlich vollständig entkräften werde.

Sollte das gelingen, werden Bitfinex und Tether ihre rechtlichen Möglichkeiten gegen die Kläger eingehend prüfen, so die Ankündigung.

Die Unternehmen bezeichneten die Klagen als "Angriff auf das Wachstum, Erfolg und Innovation des gesamten digitalen Token-Ökosystems". Auf ihre "bedeutende Rolle" in diesem seien sie stolz. Der Kampf sei der "Kampf der Community", wie die Börse erklärte.

In der Bekanntgabe dementierten die Unternehmen auch nochmals nachdrücklich, dass Tether-Token oder -Emissionen jemals dazu verwendet wurden, um die Kryptowährungsmärkte zu manipulieren. Auch die Behauptungen im Zusammenhang mit Tether, dass der Token nicht 1:1 durch den US-Dollar gedeckt sei, wurden zurückgewiesen.

Die Börse wehrt sich auch in der Krypto-Community auf Twitter. Der Bitfinex-CTO Paolo Ardoino sagte dazu, er könne "es kaum erwarten, auch das zu aus dem Weg zu räumen".

Rechtsstreitigkeiten

Wie berichtet wurde, wurde der Börse Bitfinex, ihrem Betreiber iFinex und dem Stablecoin-Emittenten Tether von der New Yorker Staatsanwaltschaft vorgeworfen, 850 Mio. US-Dollar an Kunden- und Firmengeldern verloren und diesen Verlust anschließend vertuscht zu haben.

Im Oktober hat die US-Staatsanwaltschaft New York Süd den Inhaber des umstrittenen Schattenzahlungsdienstes Crypto Capital aus Panama in drei Punkten angeklagt. Crypto Capital hatte der Börse zufolge "einige Jahre lang bestimmte Gelder für und im Namen von Bitfinex verarbeitet". Bitfinex argumentierte, die Börse selbst sei einem Betrug zum Opfer gefallen.