Neuer Bericht von Ernst & Young legt Schulden der QuadrigaCX offen

Ein neuer Bericht des großen Wirtschaftsprüfers Ernst & Young (EY) skizziert die tatsächlichen Vermögenswerte und Schulden der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX. Der Bericht wurde am 9. Mai veröffentlicht.

Ernst & Young wurde in den jüngsten Gerichtsverhandlungen um die QuadrigaCX als unabhängiger Beobachter eingesetzt. Nach Abschluss der Verhandlungen werden nun erstmals die Geschäftszahlen der Kryptobörse offengelegt. Hieraus ist ersichtlich, dass die Quadriga nur noch über ein Vermögen von 20,8 Mio. US-Dollar verfügt, während die Schulden am 12. April 2019 einen Wert von 160 Mio. US-Dollar hatten.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten teilen sich dabei auf drei verschiedene Unternehmen auf, dies sind die 0984750 B.C. LTD (auch „Quadriga Estate” genannt), Quadriga Fintech Solutions und die Whiteside Capital Corporation.

Im Rahmen des oben genannten Gerichtsverfahrens wurde die Quadrgia Anfang April für insolvent erklärt, nachdem der Oberste Gerichtshof der Provinz Nova Scotia in Übereinstimmung mit Ernst & Young zu dem Schluss gekommen war, dass die Kryptobörse zahlungsunfähig ist. Demnach hieß es in dem Gerichtsurteil, dass eine Insolvenz ermöglichen würde, „bestimmte Vermögenswerte zu veräußern, darunter auch die Handelsplattform der Quadriga“, außerdem könnten so weitere Prozesskosten und Betriebskosten eingespart werden.

Wie zuvor berichtet, hatte die Quadriga Gläubigerschutz beantragt, nachdem Mitgründer Gerald Cotten plötzlich verstorben war. Durch dessen Tod hatte die Kryptobörse Zugang zu ihren Cold-Wallets verloren, in denen die Gelder der Kunden deponiert sein sollen. Diese Situation hatte in der Krypto-Community eine regelrechte Kontroverse ausgelöst.

Ernst & Young hatte im März sechs Wallets ausgemacht, die von der Quadriga wohl hauptsächlich für die Verwahrung von Bitcoin (BTC) genutzt wurden. Abgesehen von einer versehentlichen Transaktion wurden auf die entsprechenden Wallets seit April 2018 keine Gelder mehr eingezahlt.