Zentralbank von Norwegen erwägt Entwicklung einer Digitalwährung

Die Zentralbank von Norwegen, Norges Bank, erwägt zur Zeit, eine eigene Digitalwähung zu entwickeln. Diese soll ergänzend zum Bargeld sein und „das Vertrauen in Geld und das Geldsystem gewährleisten“, so ein Projektentwurf vom 18. Mai.

Der von einer Arbeitsgruppe der Norges Bank angefertigte Bericht untersucht wichtige Faktoren, die nach ihrem Dafürhalten bei Einführung einer Zentralbank-gesteuerten Digitalwährung (CBDC) berücksichtigt werden müssen. Die Verfasser betonen, dass es für eine solche CDBC drei hauptsächliche Anwendungsbereiche gibt: die Bildung einer verlässlichen Alternative zu Privatbanken, ein gesetzliches Zahlungsmittel als Ergänzung zum Bargeld und eine unabhängige Absicherung für elektronische Zahlungssysteme. Dazu schreibt der Präsident der Norges Bank Øystein Olsen:

„Ein Rückgang der Bargeldnutzung hat uns angeregt, zu überdenken, ob in Zukunft andere Attribute gefordert sind, um ein robustes Zahlungssystem und Vertrauen in das Geldsystem zu gewährleisten.“

Des Weiteren führt der Bericht aus, dass CBDC den Kunden eine alternative Möglichkeit zur Aufbewahrung von Anlagemitteln bieten könnte. Laut Norges Bank darf die Einführung einer CBDC auch nicht die Fähigkeit der Bank und anderer Finanzinstitutionen zur Kreditvergabe einschränken. Solange eine Nachfrage nach Bargeld besteht, möchte die Norges Bank diese abdecken. Die Arbeitsgruppe hat bisher allerdings nur die ersten Schritte zur Untersuchung einer CBDC gemacht und merkt an:   

„Es ist noch zu früh, um abschließend zu bewerten, ob die Norges Bank die Einführung einer CBDC initiieren sollte. Die Auswirkungen einer solchen CBDC und deren sozio-ökonomische Kosten-Nutzen-Analyse hängt stark von der spezifischen Ausgestaltung ab. Gleichzeitig hängt das Design wiederum vom jeweiligen Zweck der CBDC Einführung ab.“

Andere europäische Länder überlegen ebenfalls, eine Digitalwährung per Zentralbank einzuführen. Ähnlich wie Norwegen erwägt die Riksbank von Schweden, eine E-Krone in Umlauf zu bringen, um damit der abnehmenden Zirkulation von Bargeld entgegenzuwirken.

Gestern berichtete Cointelegraph, dass der Schweizer Bundesrat eine Studie angefordert hat, in der Risiken und Chancen bei der Einführung einer staatlich gelenkten Digitalwährung abgebildet werden sollen. Jetzt liegt es am Unterhaus des Schweizer Parlaments, die vom Bundesrat gewünschte Studie umzusetzen. Für den Fall, dass der Vorschlag angenommen wird, erhält das Schweizer Finanzministerium den Auftrag zur Durchführung der Studie.