Sicherheitsforscher hebeln Anonymität von Cross-Blockchain-Transaktionen aus

Der Wechsel von einer Blockchain auf eine andere garantiert keine Anonymität, berichtete Heise am 30. August unter Verweis auf eine neue Studie.

Sarah Meiklejohn, Associate Professor für Kryptographie und Sicherheit am University College London, beschreibt in einem neuen Fachaufsatz, wie Nutzer über verschiedene Blockchains hinweg nachverfolgt werden können. Die Forscherin gilt als Pionierin für das sogenannte Blockchain-Tracking, mit dem sich Transaktionen auf einer Blockchain nachverfolgen lassen, um die Identität von Nutzern herauszufinden.

Tarnung durch Cross-Blockchain-Transaktionen

Um trotz dieser bereits von Strafverfolgungsbehörden entwickelten Techniken sicher zu sein, setzten Krypto-Nutzer zur Verschleierung ihrer Identität bislang auf Tauschsysteme und die Anonymität wahrende Kryptobörsen, mit denen sich digitales Geld von einer weniger geschützten auf eine anonymere Blockchain bringen lässt. 

Shapeshift und ähnliche Dienste werden etwa gerne von Kriminellen genutzt, um ihr Kryptogeld von der Bitcoin-Blockchain auf die Blockchains von Zcash, Monero und Dash zu bringen, welche mehr Datenschutz bieten.

Dem Team von Meiklejohn ist es gelungen, auch solche Cross-Chain-Transaktionen nachzuverfolgen. In ihrer Forschungsarbeit beschreiben die Krypto-Experten, wie sich das Application Programming Interface (API) von Shapeshift zur Datenerfassung von solchen Blockchain-übergreifenden Transaktionen nutzen lässt. 

Mustererkennung über API-Abfragen

Dabei kommen Techniken zur automatischen Mustererkennung zum Einsatz, mit dem sich Transaktionen wie der automatische Rücktausch in die Ausgangs-Kryptowährung erkennen lassen. Bei Shapeshift gehe dies aufgrund der API im Vergleich zu ähnlichen Diensten besonders leicht. Laut der Forscherin lassen sich Cross-Blockchain-Transaktionen allerdings auch über andere Methoden entschlüsseln.

Shapeshift ist bei Krypto-Betrügern beliebt und die Kryptobörse steht auch in der Kritik, Geldwäsche zu erleichtern, weshalb Strafverfolgungsbehörden mittlerweile umfassende Datenanfragen an das Unternehmen stellen. Im Juli dieses Jahres startete Shapeshift eine neue, nicht depotführende Kryptoplattform, die mit mehreren Blockchains genutzt werden kann.