Singapurer Zentralbank: Zusammenarbeit mit JPMorgan an Blockchain-Prototyp

Die Zentralbank von Singapur und eine staatliche Investmentfirma haben zusammen mit JPMorgan einen Prototypen für ein Blockchain-basiertes Zahlungsnetzwerk entwickelt, das mehrere Währungen unterstützt.

In einem Bericht vom 11. November der Business Times heißt es, mit dem Prototypen solle erreicht werden, dass Zahlungen in verschiedenen Währungen im selben Netzwerk durchgeführt werden können.

Schnittstellen zu anderen Blockchain-Netzwerken

Die Singapurer Zentralbank MAS -  die faktische Zentralbank des Stadtstaates - leitete die Entwicklung dieser neuen Lösung und arbeitete dabei mit der staatlichen Investmentfirma Temasek Holdings und der größten US-Bank JPMorgan Chase zusammen. 

Die US-Bank hat die Infrastruktur für die Entwicklung des Prototyps  zur Verfügung gestellt. Dieser ist Teil des Forschungsprojekts "Ubin" der Bank. Ubin befindet sich nun in der fünften Phase und hat sich bisher auf Anwendungsszenarien im Zusammenhang mit dem Einsatz von Blockchain beim Clearing und der Abwicklung von Zahlungen und Wertpapieren konzentriert.

Die MAS glaubt, dass das neue Netzwerk beträchtliche Kosteneinsparungen für Unternehmen bietet. Der Prototyp ermöglicht Schnittstellen zu anderen Blockchain-Netzwerken, so dass diese reibungslos verbunden und integriert werden können. 

In einer Erklärung hat der Fintech-Leiter der MAS Sopnendu Mohanty über die Ziele der Partner gesprochen und gesagt:

"Wir freuen uns darauf, Verbindungen mit weiteren Blockchain-Netzwerken einzurichten, um die grenzüberschreitende Konnektivität zu verbessern. Das ist ein großer Schritt nach vorne und wird grenzüberschreitende Transaktionen schneller, billiger und sicherer machen."

Im Rahmen des Projektes Ubin haben die Partner neben technischen Experimenten auch die kommerzielle Zukunftsfähigkeit des Prototyps untersucht. Dazu haben sie mit über 40 Unternehmen aus dem Finanzbereich und anderen Branchen zusammengearbeitet, um die zahlreichen potenziellen Vorteile des Netzwerks zu erforschen.

Das große länderübergreifende Beratungsunternehmen Accenture wurde damit beauftragt, bis Anfang 2020 einen Bericht mit den Ergebnissen zum Prototyps zu veröffentlichen. In diesem sollen auch zusätzliche Funktionen aufgezeigt werden, die das Netzwerk in Zukunft bieten könnte.

Langfristige Entwicklung

Im Herbst sagte der CEO von JPMorgan Chase Jamie Dimon, Facebooks geplanter Stablecoin Libra sei "eine nette Idee, die nie passieren wird". Damit bekräftigte er seine zuvor geäußerte Meinung zu den Perspektiven dieses Projekts. JPMorgan plant, bis Ende 2019 seine eigene Kryptowährung JPM Coin herauszubringen.

Vor fast einem Jahr hat die MAS zusammen mit den Zentralbanken von Kanada und Großbritannien einen ausführlichen Bericht herausgegeben. In diesem hieß es, dass digitale Zentralbankwährungen dazu beitragen können, die Kreditrisiken der Gegenparteien bei grenzüberschreitenden Interbankzahlungen und -abrechnungen zu verbessern.