Südkorea: Große Börsen kämpfen zusammen gegen Geldwäsche

Vier große südkoreanische Kryptowährungsbörsen haben sich angeblich zusammengeschlossen, um Geldwäsche zu bekämpfen, wie Quellen der lokalen Nachrichtenagentur The Korea Herald vom Montag, 28. Januar verrieten.

Unter Berufung auf einen Bericht der südkoreanischen Nachrichtenplattform Yonhap heißt es im Artikel, dass Bithumb, Upbit, Korbit und Coinone Berichten zufolge eine Hotline eingerichtet hätten, unter der Benutzer Informationen über ungewöhnliche Handelsgeschäfte oder Zahlungen melden können, die möglicherweise einen kriminellen Hintergrund haben, wie etwa Pyramidensysteme.

Laut einem anonymen Vertreter von einem der Betreiber werden die Börsen dadurch verdächtige Transaktionen sofort überprüfen und die entsprechenden Konten sofort sperren können.

Anfang Januar berichtete Cointelegraph, dass sieben von 21 lokalen Kryptobörsen nach einer Sicherheitsprüfung von der südkoreanischen Regierung genehmigt wurden.

Während der Überprüfung, die zwischen September und Dezember 2018 stattfand, konnten Bithumb, Coinone und Korbit sowie vier weitere große Börsen die Prüfer von ihren starken Sicherheitsmaßnahmen überzeugen. Die Mehrheit der untersuchten Unternehmen seien jedoch anfällig für Angriffe gewesen.

Bithumb, die derzeit zweitgrößte Börse der Welt nach gemeldetem Volumen, wurde kürzlich vorgeworfen, ihr Handelsvolumen seit dem Spätsommer 2018 gefälscht zu haben, nachdem es dort im Juni einen Hackangriff gab, bei dem umgerechnet rund 26 Mio. Euro gestohlen wurden. Laut dem Kryptobewertungs- und -analysedienst CER nutzte die Börse Wash Trading und wies seltsame Aktivitätsspitzen auf, was ein Zeichen für Handelsmanipulationen sein könnte. Bithumb hat jedoch alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Upbit wurde ebenfalls vorgeworfen, seine Volumina zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 dreimal künstlich aufgeblasen zu haben. Trotz der laufenden rechtlichen Ermittlungen weist die Börse ebenfalls alle Vorwürfe zurück.

Im benachbarten Japan haben 16 lokale Kryptobörsen eine Selbstregulierungsorganisation gebildet, die sich Japanese Virtual Currency Exchange Association (JVCEA) nennt. Anlass dazu war der Hackangriff auf die japanische Kryptobörse Coincheck im Januar, bei dem über 467 Mio. Euro in NEM gestohlen wurden. Im Oktober erhielt die JVCEA eine Genehmigung von der japanischen Finanzaufsicht, den Krypto-Raum zu überwachen.