Südkorea: Finanzministerium will Kryptowährungen und ICOs besteuern

Das südkoreanische Finanzministerium erwägt, Steuern auf Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs) zu erheben, wie die englischsprachige Zeitung The Korea Times am 3. Dezember berichtet.

Hong Nam-ki, Südkoreas neuer Minister für Wirtschaft und Finanzen sowie stellvertretender Premierminister, hat bekanntgegeben, dass ein Plan zur Krypto-Besteuerung in Arbeit ist, der sich nach den globalen Steuer-Trends der Branche richten wird.

Im Hinblick auf das derzeit geltende ICO-Verbot in Südkorea sagte der stellvertretende Premierminister, dass die staatlichen Behörden eine neue Position beziehen werden, die unter sorgfältiger Betrachtung von „Marktbedingungen, internationalen Trends und Anforderungen an den Anlegerschutz“ geformt werden soll. In seiner schriftlichen Antwort an das Parlament bezüglich seiner Amtsbestätigung am 4. Dezember schreibt Hong:

„Wir werden unsere Position zu ICOs mit den betreffenden Behörden abstimmen, sobald die Ergebnisse der Marktumfrage von der Finanzaufsicht und das entsprechende Feedback von den Experten eingegangen sind.“

Des Weiteren gibt der Minister an, dass die südkoreanische Regierung eine gesonderte Arbeitsgruppe ins Leben rufen will, die sich aus den betreffenden Behörden, wie zum Beispiel dem Finanzamt, zusammensetzt. Diese soll auswerten, wie andere Länder die Besteuerung von Kryptowährungen und ICOs durchführen, um sich daran zu orientieren.

In Hongs Schreiben an das Parlament nennt er Kryptowährungen „eine elektronische Verbriefung von Geldwerten, die privat herausgegeben werden“, was eine Abgrenzung zu Kryptowährungen darstellt, die von Zentralbanken oder Finanzinstituten emittiert werden.

Der Minister möchte eine Krypto-Regulierung schaffen, die im Einklang mit internationalen Anforderungen steht, da es weltweit mehr als 2.000 gehandelte Kryptowährungen gibt, von denen 160 im südkoreanischen Markt angeboten werden. Gleichzeitig betont Hong, dass die Behörden bei der Gestaltung des gesetzlichen Rahmens „vorsichtig sein müssen“.

In diesem Kontext sagt er, dass die Behörden „ihr Bestes tun müssen, um Blockchain-Technologie zu fördern“, da 90% der Blockchain-Firmen in Südkorea Startup-Unternehmen sind, Ausnahme sind die ortsansässigen Kryptobörsen.

Im Oktober hatte Cointelegraph berichtet, dass Südkoreas Regierung ihre offizielle Position bezüglich der ICOs im November offenlegen wollte, schon damals war Hong Nam-ki es, der die entsprechende Information mitteilte.

Nachdem das Land im September 2017 die Durchführung von ICOs verboten hatte, begann die Regierung im August 2018, der Branche einen Weg in die Legalität zu ebnen. Dieser Stimmungswechsel ging mit Plänen zu einer eigenen „Blockchain-Insel“ auf dem Jeju Island Resort einher. Im Oktober hatte ein Mitglied des südkoreanischen Parlaments die Regierung aufgefordert, für ICOs „den Weg freizumachen“ und argumentierte, dass „ein Verbot nicht des Rätsels Lösung ist“.