US-Zentralbank: Stablecoins sind zugleich gute Ergänzung und großes Risiko

Stablecoins könnten eine „gute Ergänzung“ zu bestehenden Zahlungssystemen sein, vorausgesetzt, sie werden entsprechend reguliert und kontrolliert, wie die amerikanische Zentralbank nun meint.

In ihrem neuen Bericht zur Finanzstabilität für das Jahr 2019 geht die „Fed“ am 15. November, unter anderem auch auf die Chancen und Risiken von Stablecoins ein.

Entsprechende Regulierung ist Voraussetzung

Statt einer generellen Vorverurteilung sieht die amerikanische Zentralbank Anwendungsfälle, in denen Stablecoins für einen tatsächlichen Mehrwert sorgen könnten, solange sie strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen.

So heißt es in dem Bericht, dass „Innovationen, die schnellere, günstigere und inklusivere Zahlungen ermöglichen, eine gute Ergänzung zu bestehenden Zahlungssystem sein können und dadurch einen Mehrwert für Verbraucher schaffen können, vorausgesetzt, sie sind entsprecht designt und reguliert“.

Gleichsam warnt die amerikanische Zentralbank aber auch:

„Allerdings besteht die Gefahr, dass ein Stablecoin-Zahlungsnetzwerk schnell eine globale Größenordnung annimmt und dadurch neue Risiken hinsichtlich Finanzstabilität, Geldpolitik, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung sowie Anleger- und Verbraucherschutz auf den Plan ruft.“

In diesem Zusammenhang findet sich in dem Bericht auch seltenes Lob von offizieller Seite für Facebook Libra. So wird dem geplanten Facebook Stablecoin hier das Potenzial zugeschrieben „sehr schnell massentauglich zu werden“.

Abschließend folgt jedoch nochmals die Warnung, dass „ein Stablecoin-Netzwerk zum Risiko für die Finanzstabilität werden kann, wenn es nicht ausreichend reguliert wird“.

Interesse der Zentralbanken nimmt zu

Das neuerliche Augenmerk der amerikanischen Zentralbank auf Stablecoins steht vor dem Hintergrund, dass die Fed womöglich ein eigenes Interesse an der Herausgabe einer Digitalwährung hat. Wie Cointelegraph Anfang des Monats berichtet hatte, sucht die US-Zentralbank momentan einen Forschungsleiter für diesen Bereich. Dieses Bemühen ist wohl dadurch getrieben, dass Chinas Zentralbank kurz vor der Veröffentlichung ihrer Digitalwährung steht.

Ein ehemaliger Wirtschaftsberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat letzten Monat angekündigt, einen eigenen Stablecoin auf den Markt zu bringen.

Allerdings geraten nicht nur anstehende Projekte zunehmend in den Fokus von Politik und Aufsichtsbehörden, sondern auch bestehende Stablecoins. So soll auch Marktführer Tether (USDT) bald einer entsprechenden Prüfung unterzogen werden.

Jerome Powell, der Chef der amerikanischen Zentralbank, hat derweil eingestanden, dass die momentane Staatsverschuldung der USA „nicht länger tragbar“ ist, jedoch würden daraus momentan noch keine drastischen Konsequenzen entstehen.