Schweizer Krypto-Fintech hofft auf institutionelle Kunden durch klare Regulierung

Das im schweizerischen Zug ansässige Fintech-Startup richtet sich bereits vor dem Inkrafttreten einheitlicher Regulierungsstandards komplett auf institutionelle Anleger aus, meldete finews.ch gestern, am 24. Juli.  

Cryptalgo will laut dem Bericht ein spezialisierter Krypto-Dienstleister für institutionelle Kunden werden und  Brokerage Services, Algo-Trading und auch Custody Dienstleistungen rund um Kryptowährungen anbieten.

Auch wenn der Markt bislang von privaten Investoren dominiert werde und die künftige Regulierung in der Schweiz weiterhin ungeklärt sei, baut das Startup bereits jetzt eigene Sicherheitsstandards und ein entsprechendes Handelssystem auf. Das sogenannte “Algotrader”-System soll im Dienst von Großkunden die weltweiten Kryptobörsen auf Preisunterschiede durchforsten, um den jeweils besten Kurs anbieten zu können.

Für institutionelle Investoren wäre Algotrader zur Kostenoptimierung interessant und Trading-Systeme könnten gegebenenfalls von Arbitragehandel profitieren. Wie Cryptalgo-CEO Francisco Portillejo Hoyos im Gespräch mit finews.ch verriet, laufen bereits erste Testphasen mit echten Währungen. Bis Algotrader für Kunden freigegeben werden kann, müssten sich die Märkte aber erst noch weiterentwickeln.

Mit der Devisen- und Futures-Handelsplattform Elysium ist Cryptalgo im vergangenen April eine Kooperation eingegangen, um zu einem späteren Zeitpunkt Elysium-Kunden wie Hedgefonds, Asset Manager und proprietäre Händlern einen Zutritt zu den Krypto-Märkten zu ermöglichen. Davon, dass dies auch in der Schweiz künftig möglich sein wird, ist CEO Portillejo Hoyos nach eigener Aussage fest überzeugt.

“Wir antizipieren, dass der Krypto-Markt viel reifer sein wird und sich sehr dynamisch entwickeln dürfte, sobald Regulierung und Compliance international koordiniert und bestehende Probleme geklärt sind.”

Bislang stünden institutionelle Investoren aber mangels klarer Regulierungsstandards noch abseits, was sich auch in einer relativ niedrigen Liquidität der Märkte niederschläge.

Nicht alle Schweizer Krypto-Startups sind ähnlich optimistisch, was ihren Standort betrifft. Im “Crypto-Valley” Zug macht sich in der Szene wegen der unklaren Situation in der Schweiz mittlerweile Ungeduld breit und manche Branchenbeobachter befürchten sogar einen Exodus dort ansässiger Krypto-Startups nach Liechtenstein und andere Krypto-Zentren. Dort dürfte mit einem im Herbst erwarteten Blockchain-Gesetz bald Klarheit und damit verbundene Rechtssicherheit für Krypto-Startups entstehen.