Die Münchner Privatbank Bankhaus von der Heydt plant die Herausgabe von tokenisierten Wertpapieren und eines eigenen digitalen Euros als Stablecoin, so eine Pressemitteilung der Bank vom 12. Februar.

Über die Tokenisierungs-Plattform des Fintechs Bitbond will die Bank Verbriefungen und Schuldverschreibungen auf der Blockchain digitalisieren und darüber hinaus auch im Bereich der Kryptoverwahrung aktiv werden.

Gesetzesänderung bietet Wettbewerbsvorteil

Wie die Bank erläutert, sieht diese in der am 1. Januar in Kraft getretenen Änderung des Kreditwesensgesetzes eine Wettbewerbschance gegenüber Anbietern ohne entsprechende BaFin-Lizenz:

“Damit schafft der Gesetzgeber mehr Sicherheit und Transparenz im Kryptoverwahrgeschäft und schränkt gleichzeitig den Markt anbieterseitig ein. Eine Chance für vollregulierte Banken wie dem Bankhaus von der Heydt, ihr Angebot dementsprechend zu erweitern und ihren Kunden neue Finanzlösungen zu präsentieren.”

Die Nutzung von Blockchain-Technologie für Verbriefungen und Schuldverschreibungen nennt die Bank eine “wichtige strategische Entscheidung”. Man freue sich, “dass die Tokenisierung von Vermögenswerten nun aus regulatorischer und technologischer Hinsicht die Marktreife erlangt” habe, und erhoffe sich als einer der ersten Anbieter für Kryptoverwahrlösungen “einen entscheidenden strategischen Vorteil gegenüber großen und weniger agilen Universalbanken.”

Bank profitiert von Lizenz für Kryptowerte

In Deutschland gelten wie von der Bank erwähnt in Bezug auf Krypto-Vermögenswerte seit Anfang Januar neue Bedingungen. Kryptowerte wurden durch eine Gesetzesänderung in Deutschland zu einem offiziellen Finanzinstrument mit entsprechender Regulierung.

Bitbond hatte im Februar letzten Jahres als erstes deutsches Unternehmen eine BaFin-Lizenz zur Ausgabe digitalisierter Wertpapiere auf der Blockchain erhalten. Das Fintech emittierte zur Eigenfinanzierung beim ersten deutschen STO bereits eine digitale Schuldverschreibung in Token-Form mit einer jährlichen Verzinsung von vier Prozent.