Internationale Behörden fordern Facebook zur Offenlegung des Datenschutzes von Libra auf

Die britische Datenschutzbehörde (ICO) hat Facebook nun dazu aufgefordert, genauere Details über die Verarbeitung von Nutzerdaten bei Libra offenzulegen.

Die Aufforderung der ICO stammt vom 5. August und ist gleichsam im Namen von verschiedenen Aufsichtsbehörden anderer Länder ergangen. Neben Facebook richtet sich das Schreiben auch an die 28 anderen Unternehmen, die bisher mit dem Libra Projekt in Verbindung gebracht werden. Die betreffenden Unternehmen werden darin gebeten, konkret darzustellen, wie Nutzerdaten gesammelt werden und welche Maßnahmen ergriffen werden, um geltende Datenschutzbestimmungen einzuhalten.    

Dabei betont das Schreiben, dass die Libra Association unweigerlich große Mengen sensibler Finanzdaten erheben wird, was in Verbindung mit der bisherigen Praxis des Social-Media-Konzerns umso besorgniserregender ist, so heißt es:

„Die damit einhergehenden Risiken beziehen sich allerdings nicht nur auf finanzielle Daten, da Facebook ohnehin dafür bekannt ist, hunderte Millionen Nutzerdaten verschiedenster Kategorien zu sammeln.“

Wie schon erwähnt, gehen diese Bedenken allerdings nicht nur von der britischen Datenschutzbehörde aus, sondern werden auch von verschiedenen Behörden anderer Länder geteilt, die sich an dem Brief beteiligt haben, darunter die Datenschutzbehörden aus Australien, Albanien, Burkina Faso, Kanada und der EU sowie die amerikanische Aufsichtsbehörde für Futures- und Optionsmärkte (CFTC). Die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham fasst die Bedenken der Behörden wie folgt zusammen:

„Wir sind uns bewusst, dass Libra bereits mit verschiedenen Aufsichtsbehörden in Dialog getreten ist, um zu kommunizieren, dass geltende Datenschutzbestimmungen eingehalten werden sollen. Angesichts der schnellvoranschreitenden Planungen um Libra sind wir jedoch besorgt, dass es wenig Informationen darüber gibt, welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, um für den Datenschutz der Nutzer zu garantieren.“

Im Juli hatten die beiden Kammern des amerikanischen Parlaments Facebook ausführlich zu Libra befragt, wobei der Großteil der Politiker harsche Kritik am Social-Media-Konzern äußerte, besonders was dessen Umgang mit Nutzerdaten angeht.

Kurz darauf hatte Facebook seine Aktionäre im neuen Quartalsbericht vorsorglich davor gewarnt, dass Libra womöglich nie auf den Markt kommen könnte, wenn die Bedenken seitens Politik und Aufsichtsbehörden nicht aufgelöst werden können.