Libra Anhörung: US-Senat zweifelt Absichten von Facebook an

In der momentanen Anhörung des parlamentarischen Bankenausschusses des amerikanischen Senats wird Facebook von den Abgeordneten besonders zum Thema Datenschutz in die Mangel genommen. Wie ein Korrespondent von Cointelegraph am 16. Juli berichtet, pocht David Marcus, der Leiter des Facebook Krypto-Projekts, allerdings auf die Vertrauenswürdigkeit und Gesetzestreue des Konzerns.

So sorgt sich Senator Jon Tester zum Beispiel um den Anlegerschutz von Libra und fragt, inwiefern der Verlust von Geldern abgesichert werden kann, ähnlich nach dem Vorbild von Kreditkarten oder Finanzdienstleistern. Marcus antwortete darauf allerdings nur schwammig und meint, dass Facebook sich möglichst schnell um entsprechende Fälle kümmern würde.

Senator Sherrod Brown ging anschließend etwas schärfer mit Libra ins Gericht, als er nach Gründen dafür suchte, weshalb „die Menschen Facebook ihr hartverdientes Geld anvertrauen sollten“. Marcus versuchte sich daraufhin aus der Verantwortung zu ziehen, als er entgegnete, dass Facebook bei den Verbrauchern keinen besonderen Vorteil genießen würde, was Brown wiederum als Ausweichmanöver bewertete.

Brown wurde noch konkreter und fragte Marcus, ob die Politik Argumente hervorbringen könnte, die Facebook von der Veröffentlichung von Libra abhalten würden, woraufhin dieser die Tragweite des Krypto Projektes anführte und meinte, dass es für die USA von entscheidender Bedeutung sei, eine solche Digitalwährung einzuführen, da sonst andere Länder, die „grundlegend andere Wertvorstellungen haben“, dieses Feld übernehmen würden.

Mike Crapo, der Vorsitzende des Ausschusses, wollte daraufhin wissen, wieso sich die Libra Corporation dann in der Schweiz angesiedelt hat. Marcus sichert in diesem Zusammenhang jedoch zu, dass Facebook sich auf bei den amerikanischen Aufsichtsbehörden registrieren wird.

Des Weiteren betont der Manager des Krypto-Projektes, dass persönliche Daten und finanzielle Daten vom Konzern getrennt aufbewahrt werden sollen. Dies sieht er gar von entscheidender Bedeutung:

„Um das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen, müssen wir beim Thema Datenschutz die höchsten Maßstäbe anlegen.“

Senatorin Elizabeth Warren, die als Krypto-Kritikerin bekannt ist, schlug in die gleiche Kerbe und wollte wissen, inwiefern Facebook bereit ist, den Transfer von Daten zu anderen Anbietern zu erlauben. Obwohl Marcus dies zunächst zusicherte, wich er aus, als Warren dies auch für die Messenger-Dienste WhatsApp und Facebook Messenger forderte.

Dementsprechend kritisch äußerte sich Warren in ihrer abschließenden Bemerkung:

„Facebook ist besonders gut darin, die persönlichen Daten der Nutzer zu Geld zu machen. […] Ich halte es für zweifelhaft, dass Sie [Marcus] keinen Grund dazu sehen, die Daten der einzelnen Plattformen zu verknüpfen.“

Für den 17. Juli ist auch im amerikanischen Kongress eine Anhörung zum Thema Libra geplant. Die Abgeordnete Maxine Waters sieht in Libra einen „Weckruf“ für die Politik, um sich endlich um die Regulierung der Kryptobranche zu kümmern.