US-Arzneimittelbehörde will Lieferkette mittels Blockchain verbessern

Die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA hat mit vier globalen hochkarätigen Unternehmen eine Partnerschaft geschlossen und will dabei Blockchain bei der Arzneimittel-Lieferkette verwenden, wie die Tech-Nachrichtenplattform ZDNet am 13. Juni berichtete.

Die FDA hat sich Berichten zufolge mit Unternehmen, wie etwa IBM, Walmart, dem Big-Four-Auditor KPMG und dem weltweit ältesten Pharmaunternehmen Merck, zusammengeschlossen, um ein Proof-of-Concept (PoC)-Blockchain-Netzwerk aufzubauen. Ziel dabei ist es, Daten über den Vertrieb von verschreibungspflichtigen Medikamenten gemeinsam zu nutzen und nachzuverfolgen.

Dem Bericht zufolge steht die Initiative mit dem US-Gesetz über die Sicherheit der Arzneimittel-Lieferkette (DSCSA) in Verbindung und soll die FDA - wie auch andere Pharmaorganisationen - bei der Optimierung der Lieferkette von Pharmaprodukten unterstützen.

Insbesondere wollen die Projektteilnehmer das Nachverfolgen des Bestands beschleunigen und die Genauigkeit der gemeinsam von den Teilnehmern der Lieferkette genutzten Daten und die Integrität der Produkte gewährleisten.

Mark Treshock, der Leiter für globale Blockchain-Lösungen im Bereich Healthcare & Life Science bei IBM, betonte, dass die Blockchain-Technologie nicht nur eine effiziente Grundlage für die Nachverfolgung von Pharmaprodukten in der Lieferkette biete, sondern auch die Nachverfolgung von Verbindungen zwischen Netzwerkteilnehmern ermögliche, ohne die Daten selbst preiszugeben.

Die FDA gab ihre Pläne, die Blockchain-Technologie einsetzen zu wollen, erstmals im Februar 2019 bekannt. So will die Behörde eine digitale Lieferkettenplattform für Arzneimittel einrichten und erwartet, dass die Plattform bis 2023 eröffnet wird.

Vor kurzem berichtete Cointelegraph, dass bis zu 44 Prozent der Gesundheitsorganisationen in Europa noch nie von den Vorteilen von Blockchain-Anwendungen gehört haben. EMD Serono, der nordamerikanische biopharmazeutische Geschäftszweig der Merck KGaA, hat sich kürzlich mit der Blockchain-Firma Nebula Genomics zusammengetan, um eine Blockchain-Plattform zur Generierung und gemeinsamen Nutzung genomischer Daten zu schaffen.