US-Börsenaufsicht verschiebt Entscheidung über Bitcoin-ETFs erneut

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat ihre Entscheidung über eine Gesetzesänderung am Wertpapiergesetz, die sogenannte Bitcoin-ETFs (Indexfonds) erlauben würde, erneut verschoben. Die Behörde hat eine entsprechende Mitteilung am 29. März veröffentlicht.

Der Vermögensverwalter Bitwise hatte am 15. Februar gemeinsam mit der New Yorker Börse NYSE Arca einen Antrag auf die besagte Gesetzesänderung eingereicht, um in der Folge ihren eigenen Bitcoin-ETF anbieten zu dürfen. Zur Prüfung des Antrags hatte die Aufsichtsbehörde 45 Tage Zeit, allerdings kann die Prüfungsphase auf 90 Tage verlängert werden, wovon die SEC jetzt Gebrauch macht. Die SEC kann nun also bis zum 16. Mai 2019 über Antrag und Gesetzesänderung entscheiden.

Indexfonds (ETFs) fassen eine Vielzahl verschiedener Kurswerte eines Vermögenswertes zusammen und gewichten diese, um daraus ein eigenständiges Finanzprodukt zu machen. Viele Experten sehen einen etwaigen Bitcoin-ETF als „Heiligen Gral“ der Branche, der die Kryptomärkte sowohl für Privatanleger als auch für institutionelle Investoren leichter zugänglich und gleichzeitig berechenbarer macht.

Die NYSE Arca und Bitwise wollten ihre Bitcoin-ETFs eigentlich schon im Januar auf den Markt bringen, denn schon 2018 hatte die New Yorker Börse entsprechende Zulassungsanträge bei der Börsenaufsicht eingereicht.

Des Weiteren gibt die SEC in einer gesonderten Meldung vom 29. März bekannt, dass sie auch die vorgeschlagene Gesetzesänderung von VanEck und der CBOE zunächst verschiebt. Die Investmentfirma VanEck hatte gemeinsam mit der Chicagoer Optionsbörse ebenfalls einen Antrag auf Notierung eines Bitcoin-ETFs eingereicht, allerdings verschiebt die Börsenaufsicht auch hier die Prüffrist auf 90 Tage. Demnach muss in diesem Fall bis zum 21. Mai 2019 eine Entscheidung getroffen werden.

Die CBOE hatte den entsprechenden Antrag schon letztes Jahr gestellt, allerdings wurde dieser im Januar freiwillig zurückgezogen, da es in den USA zu einem Regierungsstopp gekommen war, von dem auch die Regierungsbehörde SEC betroffen war. Damit der Antrag nicht verfällt, wurde dieser zurückgezogen und anschließend am 31. Januar erneut eingereicht.

Die Anträge für einen Bitcoin-ETF von Bitwise/NYSE bzw. VanEck/CBOE wurden nun schon mehrfach verschoben. Das erste Mal wurde ein solcher Antrag am 6. Juni 2018 eingegeben, im darauffolgenden August hatte die Behörde ihre Entscheidung dann auf den 30. September vertagt. Daraufhin forderte die SEC allerdings wieder ein, dass es zusätzlicher Informationen bedürfte, da sie „in dieser Hinsicht noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen ist“, wie sie damals angab, was den Prozess erneut verschoben hatte.

Einige Experten bezweifeln mittlerweile, dass Bitcoin-ETFs jemals zugelassen werden. Diesen Januar hat der Krypto-Unternehmer Brian Kelly zum Beispiel gesagt, dass es im Jahr 2019 „keine Chance“ auf einen Bitcoin-ETF gibt.