US-Tochter der Kryptobörse Bitstamp sichert sich New Yorker BitLicense

Die US-Tochtergesellschaft der großen europäischen Kryptobörse Bitstamp hat von der Finanzaufsicht des US-Bundesstaates New York eine Lizenz für eine virtuelle Währung erhalten, so eine offizielle Pressemitteilung des New Yorker Ministeriums für Finanzdienstleistungen (NYDFS) vom 9. April.

Die Lizenz, die auch als BitLicense bekannt ist, wurde vom NYDFS an Bitstamp USA Inc. vergeben, eine Tochtergesellschaft der gleichnamigen Börse in Luxemburg.

Laut der Pressemitteilung ist Bitstamp USA Berichten zufolge das neunzehnte Unternehmen, das eine Genehmigung für einen digitalen Währungsbetrieb im US-Bundesstaat New York erhalten hat. Wie Reuters heute berichtet, erhielt Bitstamp Europe SA bereits im Jahr 2016 eine Lizenz für Zahlungsinstitute, mit der sie in allen 28 EU-Ländern aktiv sein darf.

Mit der Lizenz darf Bitstamp Dienste anbieten, mit denen Kunden Bitcoin (BTC) sowie andere - nicht näher genannte - virtuelle Währungen im Tausch gegen USD kaufen und verkaufen können.

Bitstamp USA hat damit außerdem die Lizenz für "den Transfer von Geldern in das Ripple-Netzwerk, indem Ripple-Guthaben in USD, anderen virtuellen Währungen und ausgewählten Fiatwährungen, wie etwa dem Australischen Dollar, Britischen Pfund, Euro, Schweizer Franken und Japanischen Yen, ausgegeben wird".

In der Erklärung von NYDFS heißt es, dass das Lizenzierungssystem den virtuellen Währungsaustausch nach dem New Yorker Finanzdienstleistungsgesetz überwachen und fördern soll.

Mit der Lizenz hat sich Bitstamp unter anderen renommierten Unternehmen der Kryptoindustrie, wie etwa Square, BitPay, Genesis Global Trading, bitFlyer USA, Coinbase, XRP II und Circle Internet Financial, eingereiht.

Der Bewerberprozess für die Bitlicence umfasst eine genaue Prüfung der Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Identitätsprüfungsmaßnahmen (KYC) eines Unternehmens. Außerdem werden Anti-Betrugs-, Kapitalisierungs- und Cybersicherheitsmaßnahmen auf den Prüfstand gestellt.

Nicht alle Branchenmitglieder haben das strenge staatliche Regulierungssystem begrüßt, das seit dem Jahr 2015 in Kraft ist. Die amerikanische Kryptobörse Kraken hat in diesem Jahr ihre Dienstleistungen für die Einwohner des Staates New York eingestellt. Grund dafür sei die strenge BitLicense gewesen, die als eine "Kreatur" bezeichnet wurde, "die so übel und grausam ist, dass nicht einmal Kraken den Mut oder die Kraft besitzt, sich ihren bösen, großen, spitzen Zähnen zu stellen".

Wie bereits berichtet, wurde Bitstamp im Zuge der globalen Expansion im Oktober 2018 von der belgischen Investmentfirma NXMH, die wiederum dem südkoreanischen Medienkonzern NXC Corp gehört, übernommen. Im Januar dieses Jahres hat die Börse eine Partnerschaft mit der großen Schweizer Online-Bank Dukascopy geschlossen.

Bei Redaktionsschluss war Bitstamp weltweit auf Platz 47 nach bereinigtem täglichem Handelsvolumen. Das Handelsvolumen belief sich bei Redaktionsschluss auf rund 93,9 Mio. Euro.