Nach BottlePay: Zwei weitere Krypto-Firmen schließen wegen EU-Richtlinien

Nachdem die Schließung von BottlePay letzte Woche bekannt gegeben wurde, wurden nun auch zwei weitere europäische Kryptowährungsfirmen wegen der geplanten Anti-Geldwäsche-Vorschriften in der Europäischen Union geschlossen.

Die Online-Krypto-Spielplattform ChopCoin und der Mining-Pool Simplecoin gaben beide auf ihren Webseiten bekannt, dass sie in weniger als einem Monat schließen würden. Beide Unternehmen gaben an, dass der Grund für die Schließungen die geplante EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche sei. Diese verlange von den Unternehmen, dass sie Identitätsprüfungsmaßnahmen einführen.

Strenge Meldeauflagen

Simplecoin erklärt, dass die von der EU geplante Richtlinie viele Anti-Geldwäsche- und Identitätsprüfungsmaßnahmen umfasse. Wie Cointelegraph in einer aktuellen Analyse erklärte, wurden die neuen Regelungen am 9. Juli verabschiedet und die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, sie bis zum 10. Januar 2020 anzuwenden. Simplecoin erklärte:

"Wenn die Gesetze in Kraft treten, wären wir in der Pflicht, Sie, die Nutzer, aufzufordern, sich zum Zwecke der Bekämpfung von Geldwäsche zu identifizieren. [...] Mining sollte für jedermann zugänglich sein und wir weigern uns, den Datenschutz unserer Nutzer zu gefährden. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das auf die Mining-Pools und den gesamten Kryptowährungsraum haben wird."

In der Ankündigung von ChopCoin hieß es:

"Seit unserem Start im September 2015 haben wir etwa 30 Bitcoin verschenkt und Tausenden von neuen Nutzern die dezentrale Revolution nah gebracht. Wir haben eine Community aus engagierten Unterstützern aufgebaut und die Innovation vorangetrieben, indem wir als erste ein wettbewerbsfähiges Bitcoin-Glücksspiel entwickelt haben. Leider zwingen uns regulatorische Bedenken und unsere Ablehnung gegenüber einer verpflichtenden Identitätsprüfung unserer Nutzer dazu, unseren Betrieb einzustellen."

Aufgrund der geplanten Schließung fordert Simplecoin seine Nutzer auf, ihr Geld bis zum 20. Dezember abzuheben und erlaubt es ihnen, die Löschung ihrer Benutzerdaten bis zum 1. Januar zu beantragen, wenn die Plattform archiviert und geschlossen wird. ChopCoin fordert seine Nutzer auf, ihr Geld bis zum 19. Dezember abzuheben und verspricht, alle Benutzerdaten bis zum 31. Dezember ohne deren Zutun zu löschen. 

Der Simplecoin- und ChopCoin-Mitbegründer Christian Grieger sagte gegenüber der Branchennachrichtenplattform The Block, dass der Mining-Pool 42.000 Nutzer und die Spieleplattform 305.000 Nutzer habe.

Unter den EU-Vorschriften leiden besonders kleinere Krypto-Unternehmen. Anfang des Monats hat auch die dezentrale Kryptowährungsbörse CryptoBridge in einer Mitteilung auf ihrer Webseite angekündigt, dass sie schließen werde.

Der Grund für die Schließung seien dem Unternehmen zufolge die Marktbedingungen, eine immer strengere Regulierung und mangelndes Kapital.