US-Staatsanwaltschaft befragt Bank of Ireland zum Krypto-Schneeballsystem OneCoin

Mehrere Top-Manager der Bank of Ireland (BOI) werden vermutlich im Prozess gegen Mark Scott aussagen, der fast 400 Mio. US-Dollar des betrügerischen Krypto-Projekts OneCoin gewaschen haben soll.

Vier Bänker zur Aussage gebeten

Am 29. September hat die US-Regierung beim zuständigen Gericht einen Antrag eingereicht, um die Aussagen der vier Bänker via Zuschaltung aus Irland zu erwirken.

Der Prozess, der zunächst für den 7. Oktober 2019 anberaumt war, wurde jüngst auf den 4. November 2019 verschoben, wobei es am 28. Oktober noch eine abschließende Konferenz dazu geben wird, wie das Fintech-Magazin Finance Feeds schon Anfang September berichtet hatte.

Die vier Zeugen sind oder waren allesamt Angestellte der Bank of Ireland. Der Angeklagte Scott soll bei der großen irischen Bank mehrere Konten betrieben haben, über die er Gelder in Höhe von mehr als 300 Mio. US-Dollar hat fließen lassen, die zuvor über das Schneeballsystem OneCoin eingenommen wurden. 

Die vier Zeugen sind dabei hochrangige Mitglieder der BOI, darunter Diane Sands, die Leiterin für Geldwäschebekämpfung, Deirdre Ceannt, die für Direktinvestitionen zuständig ist, der ehemalige Vize-Präsident Derek Collins und Greg Begley, der wiederum Beweise für Scotts illegale Nutzung der Konten vorlegen soll.

Geldwäsche über die Cayman Islands

Konkret wird Scott in besagtem Verfahren vorgeworfen, eine kriminelle Organisation zum Zwecke der Geldwäsche betrieben zu haben. Im Prozess soll dementsprechend nachgewiesen werden, dass der Beklagte zwischen 2016 – 2018 fast 400 Mio. US-Dollar an illegalen Geldern in Aktienfonds auf den Cayman Islands verschoben haben soll, die auch als „Fenero Funds“ bekannt sind. Die illegalen Gelder stammen wiederum aus dem betrügerischen Krypto-Projekt OneCoin.

Mehrere Prozesse gegen OneCoin

Das Krypto-Projekt OneCoin wurde 2014 ins Leben gerufen und ist als eine der größten betrügerischen Kryptowährungen in der jungen Geschichte der Branche bekannt. Für ähnliches Aufsehen sorgte bisher nur das Pyramidensystem BitConnect. Im März 2019 hat eine amerikanische Staatsanwaltschaft Anklage gegen mehrere Personen erhoben, denen wiederum der Betrieb von OneCoin vorgeworfen wird. Eine zivilrechtliche Klage, die von den Opfern des OneCoin Betrugs eingereicht wurde, konnte bisher noch nicht zugestellt werden, da die Betreiber des Projekts in Europa ansässig sind.