Australische Finanzaufsicht warnt vor bulgarischem „Schneeballsystem“ OneCoin

Die australische Finanzmarktaufsicht ASIC hat die Öffentlichkeit vor der Firma OneCoin gewarnt, da das Krypto-Projekt womöglich „in betrügerische Aktivitäten“ verstrickt ist. Dies geht aus einer offiziellen Mitteilung vom 28. Mai hervor.

Die Warnung von Australiens Finanzmarktaufsicht richtet sich explizit gegen das europäische Unternehmen OneCoin, das die Webseite onecoin.eu betreibt. Dahingehend heißt es, dass die Bevölkerung des Landes davon absehen sollte, in die Firma zu investieren.

Ähnlich wie in einer vorherigen Warnung der ASIC, die die Aufsichtsbehörde am 21. Mai gegen eine andere Firma ausgesprochen hatte, wird darauf hingewiesen, dass der OneCoin zwei wichtige Lizenzen fehlen, um Investitionsgeschäfte in Australien anbieten zu dürfen. So hält das Unternehmen weder die nötige Zulassung für Finanzdienstleister noch die Lizenz für Kreditvergabe, die jeweils von der ASIC ausgestellt werden.

Des Weiteren weist die Finanzmarktaufsicht in ihrer Mitteilung darauf hin, dass OneCoin vermutlich in betrügerische Aktivitäten verwickelt ist. Das Unternehmen ist in Bulgarien ansässig.

OneCoin wurde im Jahr 2014 gegründet und sieht sich mittlerweile Vorwürfen ausgesetzt, ein Schneeballsystem zu sein, das Anleger bisher um mehr als 3,8 Mrd. US-Dollar betrogen haben soll. Obwohl die Strafverfolgungsbehörde schon etwaige Maßnahmen eingeleitet haben, kann die Firma ihren Betrieb weiterhin fortführen.

Am 7. Mai hat ein ehemaliger OneCoin Anleger einen Gerichtsprozess gegen mehrere Beteiligte des Krypto-Projektes angestrengt. Eine dieser Personen ist Ruja Ignatova, die wegen Geldwäsche und Aktienbetrug bereits festgenommen wurde. Ihr Bruder Konstantin Ignatov wurde ebenfalls festgenommen.

Eine samoanische Zeitung hat am 14. Mai berichtet, dass OneCoin die Vorwürfe „ein Schneeballsystem zu sein“ abstreitet. Eine Kirche auf der polynesischen Insel war in Kritik geraten, da sie das Unternehmen in ihrer Gemeinde werben ließ.