Krypto-Projekt OneCoin streitet Vorwurf des „Schneeballsystems“ ab

Das Krypto-Projekt OneCoin widerspricht den aufkommenden Vorwürfen, ein betrügerisches „Schneeballsystem“ zu sein. Dies geht am 14. Mai aus einem Bericht des Samoa Observer hervor.

Laut Bericht soll es sich bei OneCoin um ein Schneeballsystem handeln, das weltweit mehrere hundert Millionen Dollar eingesammelt hat, wobei den Investoren größtmöglicher Gewinn bei niedrigem Risiko versprochen wurde. Ermittlungen der amerikanischen Regierungsbehörden haben ergeben, dass die Gründer des Krypto-Projekts dadurch sogar 3,353 Mrd. Euro an Investitionskapital generieren konnten.

Im April war eine Kirche auf der Insel Samoa in Kritik geraten, da deren Minister OneCoin ermöglicht hatten, vor deren Gemeinde zu werben. Die Zentralbank von Samoa hatte daraufhin alle Aktivitäten des Krypto-Projekts unter Verbot gestellt, nichtsdestotrotz fuhr das Unternehmen ungehindert mit den Werbemaßnahmen für die betrügerischen Investitionsprodukte fort.

Eine Untersuchung der Zentralbank von Samoa hat wiederum ergeben, dass OneCoin ein Dementi an den Samoa Observer geschickt hat, in dem das Unternehmen die Vorwürfe der Zeitung abstreitet. Demnach hätte es weder Geldwäsche betrieben noch sei es ein betrügerisches Schneeballsystem.

OneCoin entgegnet, dass es sich bei dem eigenen Projekt um „eine zentralisierte, geschlossene Kryptowährung“ handelt. Dieses geschlossene System würde strengste Maßstäbe für die Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung befolgen. Außerdem würde man eine sorgfältige Informationsoffenlegung (KYC) der Nutzer betreiben, um anonyme Transaktionen zu verhindern.

Wie OneCoin schlussfolgert, würden diese Kriterien gleichsam bedeuten, dass das Unternehmen unmöglich als Schneeballsystem agieren könnte. Allerdings beschreibt das Krypto-Projekt in Folge dessen sein Geschäftsmodell, das gewisse Ähnlichkeiten zu Schneeballsystemen aufweist, so heißt es: „Wer bei uns einen Vertrag unterschreibt, wird damit zum selbständigen Unternehmer“. Das Unternehmen übernehme dementsprechend keinerlei Verantwortung für die Aktivitäten seiner Nutzer. Und weiter:

„Wir möchten hiermit klarstellen, dass weder die Firma OneCoin noch die Firma OneLife in Samoa oder Neuseeland ansässig ist. Niemand ist befugt, in Neuseeland oder Samoa im Namen des Unternehmens zu agieren oder zu sprechen.“

Anfang Mai hatte Cointelegraph zuvor berichtet, dass die ehemalige OneCoin Investorin Christine Grablis das Unternehmen mittlerweile wegen Betrug verklagt. Dabei fordert sie Schadensersatz und vertritt weitere geschädigte Personen im Rahmen einer Sammelklage.