Die chinesische Regierung sollte in Erwägung ziehen, einen Yuan-gestützten Stablecoin zu emittieren, und das obwohl man derzeit selbst ein Verbot für Kryptowährungen verhängt hat. Eine am 9. Oktober veröffentlichte Kolumne im chinesischen Wirtschaftsmagazin CN Finance unterbreitet diese Empfehlung.

Li Liangsong, Experte der Chinesischen Volksbank (PBoC), und Wang Huaqing, Professor an der Fudan-Universität, haben für die CN Finance eine gemeinsame Kolumne mit dem Titel „Analyse digitaler Stablecoins“ verfasst.

In dem Artikel gehen die Autoren kurz auf US-Dollar gestützte Coins wie Tether, den Gemini Dollar oder Paxos Standard ein. Dabei vermuten sie, dass diese Kryptowährungen die weltweite Rolle des Dollars verstärken werden, wodurch andere Fiat-Währungen ins Hintertreffen geraten, darunter auch der chinesische Yuan.

Die Experten raten China, die Erfahrungen anderer Unternehmen zu analysieren und im Hinblick auf einen eigenen Stablecoin „die Anstrengungen zu verdoppeln“. Dennoch argumentieren sie, dass das Verbot für andere Digitalwährungen fortbestehen müsse.  

Stablecoins, also Kryptowährungen, die durch eine Fiat-Währung gesichert sind, hatten zuletzt einen kleinen Trend erlebt. Im September wurden in den USA zwei neue Coins dieser Sorte herausgegeben.

Einerseits die Winklevoss-Zwillinge, Gründer der Krypto-Handelsplattform Gemini, die von New Yorker Behörden eine Zulassung erhalten haben, um ihren Stablecoin, den Gemini Dollar, handeln zu dürfen. Andererseits das Unternehmen Circle, das, im Rahmen eines Konsortiums mit Bitmain, angekündigt hat, einen US-Dollar gestützten Stablecoin namens USD-Coin auf den Markt zu bringen.

Kurz darauf ist die Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) eine Kooperation mit der Finanzierungsplattform Cred eingegangen, um dieser bei der Einführung eines weitere USD-gestützten Coins zu helfen.

Chinas Regierung hatte ihre Anti-Krypto Haltung erstmals 2017 gezeigt, als sie alle Kryptobörsen des Landes schloss und ein Verbot für Initial Coin Offerings (ICO) aussprach. Nach diesem Schritt warnte die Chinesische Volksbank die Bürger wiederholt bzgl. der Risiken des Kryptohandels.

Trotz Krypto-Verbot forscht das Land an der Blockchain-Technologie. Im Herbst hatte die Volksbank angekündigt, eine Plattform für Blockchain-Handel in Shenzhen einzurichten. Außerdem wird das entsprechende Blockchain-Ökosystem auch in Guangdong, Hong Kong und Macau getestet, wobei der Fokus auf dem internationalen Handel liegt. Kürzlich hat das Land seine erste offizielle Blockchain Test-Zone vorgestellt, die sich in einem Technologie-Park der Provinz Hainan befindet.

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