China zieht Generalverbot für Krypto-Mining in Erwägung

Chinas Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC), eine Behörde, die mit der Ausarbeitung der volkswirtschaftlichen Strategie beauftragt ist, hat offiziell bekanntgegeben, dass sie ein Generalverbot für Krypto-Mining in Erwägung zieht. Dies berichtet Reuters am 9. April.

So hat die Kommission das „Mining“ nun in eine Liste wirtschaftlicher Aktivitäten aufgenommen, die die Behörde zukünftig einschränken möchte. Auf der besagten Liste, auf der mehr als 450 verschiedene Punkte geführt sind, werden Wirtschaftstätigkeiten zusammengefasst, die vermeintliche Verstöße gegen das chinesische Gesetz darstellen oder der Bevölkerung in anderer Weise abträglich sind.

Die Liste ist wiederum Teil eines weitreichenden Kataloges zur Wirtschaftsförderung, der erstmals im Jahr 2005 publiziert wurde und aufzeigt, welche Branchen in China gefördert, eingeschränkt oder gar verboten werden sollen.

Seit dem 8. April kann die neueste Auflag nun öffentlich eingesehen werden. Die Behörde hat hierin zwar kein genaues Datum für ein etwaiges Mining-Verbot genannt, empfiehlt allerdings, dass unverzüglich entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssten, um Mining zu unterbinden.  

Reuters zitiert die staatlich geführte Zeitung Securities Times, die schreibt, dass die Liste „die Einstellung der chinesischen Regierung gegenüber der Kryptobranche widerspiegelt“. Bis zum 7. Mai können Anmerkungen und Kommentare zum Dokument eingereicht werden, um etwaige Gegenargumente vorzulegen.

Nicht nur die heutige Meldung zeigt, dass die Kryptobranche in China einen schweren Stand hat. So hatte die chinesische Zentralbank schon im September 2017 ein Verbot für Initial Coin Offerings (ICOs) ausgesprochen.

Die Mining-Branche scheint dabei besonders ein Dorn im Auge der Regierung zu sein, da sich dank geringer Kosten für Strom und Hardware fast zwei Drittel der gesamten Mining-Industrie in China befinden. Im Januar 2018 ist ein Memo der Zentralbank durchgesickert, das die Regierung schon damals aufforderte, Bitcoin-Mining gänzlich zu verbieten.

Nichtsdestotrotz wurde bisher kein solches Verbot durchgesetzt, weshalb Mining-Konzerne wie Bitmain weiterhin fest in China verankert sind. Daran haben auch der Crash des Kryptomarktes, die politischen Rahmenbedingungen und der Handelsstreit mit den USA wenig geändert.

Im März hat Bitmain zuletzt angekündigt, 200.000 neue Mining-Server in China aufzustellen, um sich die geringen Strompreise zu Nutze machen zu können. Einige internationale Zweigstellen musste der Konzern zuvor wegen mangelnder Rentabilität schließen, weshalb dieser sich auf den heimischen Markt zurückbesinnt.