Circle CEO Jeremy Allaire: „Kryptobranche braucht dringend gesetzliche Klarheit“

Jeremy Allaire ist der Meinung, dass die Kryptobranche endlich gesetzliche Klarheit braucht, außerdem wären bisherige rechtliche Definitionen für Kryptowährungen zu breit gefasst, wie der Geschäftsführer des Zahlungsdienstleisters Circle am 20. Mai in einem Blog-Eintrag geschrieben hat.

Allaires Aufforderung zur Krypto-Regulierung steht wohl im Zusammenhang mit der jüngsten Entscheidung der Kryptobörse Poloniex, die wiederum seiner Firma Circle angehört. Die Poloniex sieht sich nämlich gezwungen, sogenanntes „Geofencing“ zu betreiben, was wiederum bedeutet, dass sie bestimmte Coins auf Grund der ungewissen Rechtslage nicht länger für Kunden innerhalb der USA anbieten kann.

In seinem Blog-Eintrag argumentiert Allaire, dass Digitale Vermögenswerte eine völlig neue Anlageklasse darstellen und weder Wertpapiere noch Handelswaren oder Währungen sind. Die US-Börsenaufsicht SEC, die bisher den Löwenanteil der Krypto-Regulierung übernommen hat, wäre auf Grund ihrer Ausrichtung „dazu gezwungen“, Kryptowährungen automatisch als Wertpapiere einstufen zu müssen, um überhaupt handlungsbefugt zu sein. Hier sieht Allaire jedoch die Krux, da die bestehenden Gesetze seiner Meinung nach nicht in der Lage sind, den Kryptowährungen Genüge zu tun. Dahingehend führt er aus:

„Wir fordern den Gesetzgeber auf, das einzigartige wirtschaftliche Potenzial dieser Innovation zu nutzen und endlich aktiv zu werden, um Kryptowährungen und Blockchain gedeihen zu lassen. Wir sind uns sicher, dass die Politik das Wirtschaftswachstum fördern will und wollen ihr dabei helfen, diese Chance wahrzunehmen.“

Wie zuvor berichtet, wurde ein Gesetzentwurf zur rechtlichen Definition von Kryptowährungen erneut im US-Parlament eingegeben. Ziel des Entwurfes ist es, dass Digitalwährungen nicht länger als Wertpapiere eingestuft werden, gleichsam sieht er vor, dass Krypto-Transaktionen unter 600 US-Dollar von der Besteuerung befreit werden.

Dies würde Kryptowährungen dabei helfen, sich als tatsächliches Zahlungsmittel etablieren zu können, denn wie Jerry Brito von Coin Center erklärt, müssen etwaige Kapitalerträge versteuert werden, die schon bei einfachsten Transaktionen entstehen könnten, wie zum Beispiel beim Kauf eines Laptops.

Wie Cointelegraph gestern berichtet hat, hat das amerikanische Finanzamt IRS einen Leitfaden zur Versteuerung von Kryptowährungen herausgebracht. IRS Chef Charles Rettig gibt an, dass sich seine Behörde „zum Ziel gesetzt hat“, die Bevölkerung entsprechend aufzuklären. Im Leitfaden sollen unter anderem Berechnungsgrundlagen und die steuerliche Einordnung der Krypto-Vermögenswerte offengelegt werden.