Facebooks Libra: Logo-Schlamperei führt zu Ärger mit Fintech-Startup

Ein Fintech-Startup aus den USA wirft Facebook bei seiner geplanten Stablecoin die Verwendung eines mit einer eigenen Marke nahezu identischen Logos vor, so ein Bericht auf Fortune vom 21. Juni.

Bei dem Streit geht es nicht um das aus drei Wellen bestehende Libra-Logo, sondern um das aus einer Welle bestehende Bild für das von Facebook für die Kryptowährung gegründete Unternehmen Calibra.

Das US-Startup Current, welches ein nahezu identisches Logo bereits länger nutzt, machte auf das Problem mit einem Tweet aufmerksam und ließ dabei auch eine gute Portion Humor nicht vermissen.

Übersetzung: "Das passiert, wenn man nur einen Stift übrig hat"

"Es war ein gewaltiger Schock", kommentierte Current-CEO Supp gegenüber Fortune den Vorgang. "Ich bin zutiefst unglücklich. Ich weiß, was hier passiert ist. Es ist einfach nur Faulheit, das ist, was dahinter steckt."

Vor vier Jahren, sagt Supp, habe Current mit der etablierten Designfirma Character aus San Francisco an einer Debitkarte für Jugendliche gearbeitet, woraus das Logo hervorgegangen sei, das von seiner Firma für eine App verwendet wird.

Die von Facebook ebenfalls beauftragte Designfirma habe die Logo-Idee dann in leicht abgewandelter Form wohl einfach wiederverwertet.  Wie auf der Webseite von Character zu sehen ist, arbeitet die Agentur tatsächlich seit Juni 2018 mit Facebook und dessen Tochterunternehmen Oculus und Instagram zusammen.

Supp, ein ehemaliger Morgan-Stanley Banker, will prüfen, ob Facebook mit seinem Libra-Logo eventuell Markenrechte verletzt. "Ich will nicht, dass durch die ähnlichen Logos Verwechslungsgefahr für die Kunden besteht", wird er von "Fortune" zitiert.

Seit seiner Bekanntgabe sorgt Facebooks geplante Libra-Stablecoin für Aufruhr sowohl in der Kryptoszene als auch unter Politikern und anderen Finanzmarktteilnehmern. So hat die Investmentbank Goldman Sachs etwa “umfangreiche Untersuchungen” zum Thema Tokenisierung und Stablecoins angekündigt. Seitens der europäischen Regulierungsbehörden stößt Libra auf heftigen Widerstand. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire hat sich ebenfalls bereits klar dagegen positioniert. Das stellvertretenden Direktoriumsmitglied der Schweizer Nationalbank Dr. Thomas Moser sieht das Libra-Projekt jedoch durchaus positiv.